Libyen

Libyen – auf Zeitreise durch Afrikas Geschichte

Libyen ist ein Land in Nordafrika. Im Norden befindet sich eine Mittelmeerküste, mit Osten grenzt es an Ägypten und im Westen an Tunesien. Es hat auch Landesgrenzen mit Algerien, Tschad, Niger und Sudan. Mehr als 90 Prozent des Landes ist Wüste oder Halbwüste.Archäologische Funde zeigen, dass bereits ab 8.000 vor Christus die Küstenebene von Libyen von Berbern, den Experten der Domestizierung von Rindern und dem Anbau von Pflanzen, bewohnt war.

Später wurde die Gegend auch durch eine Reihe anderer Völker, wie Phönizier, Karthager, Griechen, Römer, Vandalen, Araber, Türken und Byzantiner besiedelt. Von 1912-1927 war das Gebiet von Libyen als Italienisch-Nordafrika bekannt. Im Jahr 1934 nahm Italien den Namen „Libyen“ als offiziellen Namen der Kolonie an.

König Idris I, Emir der Cyrenaika, führte den libyschen Widerstand gegen die italienische Besatzung zwischen den beiden Weltkriegen an. Nach dem Sieg der Alliierten stand das Gebiet von 1953-1951 unter britischer und französischer Verwaltung. Nach dem Sturz des damaligen Diktators Gaddafi fanden 2011 Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt. Hocharabisch ist die Amtssprache, aber die Muttersprache ist libysches Arabisch. Englisch ist vor allem bei den jungen Bewohner von Tripolis verbreitet, während ältere Menschen häufig Italienisch als Folge der italienischen Kolonialzeit sprechen. Italienisch ist deshalb sogar bei jüngeren Menschen die zweitbekannteste Fremdsprache nach Englisch. Andere Sprachen, wie Berber und Touareg, werden in vielen kleinen Dörfern verwendet.

Marokko-Wüste

Libyens geheimnisvolle Kulturschätze

Libyen kann in drei Hauptregionen unterteilt werden. Cyrenaica ist die nordöstliche Region am Mittelmeer und beherbergt die Städte Benghazi, Shahhat, Tobruk. Shahhat beheimatet eine alte Kolonie, die 630 v. Chr. als eine Siedlung der Griechen von der griechischen Insel Theraand gegründet wurde. Um 85 v. Chr. war sie dann eine römische Stadt. Die alte Siedlung liegt in einer bergigen Gegend und ist am besten per Taxi oder Minibus von Benghazi Benina zu erreichen.

Die libyische Sahara ist eine riesige südliche Wüstenregion mit erstaunlichen Landschaften und einigen der heißesten in der ganzen Welt erfassten Temperaturen. Dort befinden sich die Städte Gaberoun, Ghadamis, Sabha und Ghat. Ghat ist eine alte Siedlung mit prähistorischen Felsmalereien und sehr anspruchsvollen Routen für Wüstentrekking. In historischen Zeiten war Ghat ein wichtiger Endpunkt auf der Trans-Sahara-Handelsroute. Um ihre Position gegen die Bruderschaft der Senussi zu verteidigen, errichteten die italienischen Kolonialherren im 19. Jahrhundert eine Festung, die die Stadt von dem Hügel von Koukemen dominiert. Diese Festung steht noch heute ist ein bei Touristen beliebtes Ausflugsziel.

Die benachbarten Gebirge Tadrart Acacus und Tassili N’Ajjer verbergen prähistorische Felsmalereien und Gravuren, und die atemberaubende Schönheit der umliegenden Wüstenlandschaften ist unbestritten.

Tripolitanien ist die Nordwestregion am Mittelmeer mit der Hauptstadt Tripolis und den antiken römischen Ruinen in Leptis Magna. Dieser Ort war eine bekannte Stadt des Römischen Reiches. Seine Ruinen befinden sich in Al Khums, 130 Kilometer östlich von Tripolis, an der Küste, wo Wadi Lebda auf das Meer trifft. Den Besucher erwartet dort eine der spektakulärsten und unberührtesten römischen Ruinen im Mittelmeerraum. Leptis Magna ist ein UNESCO-Weltkulturerbe. 1994 wurde hier in einer großen Ausgrabung die bisher größte römische Ruine in Libyen ausgehoben.

Wüste mit Kamelreitern

Tripolis – eine Reise durch Libyens Geschichte

Tripolis ist die Hauptstadt und die größte Stadt Libyens. Die lebendige Metropole beherbergt den Haupthafen und ist das größte kommerzielle Zentrum und Industriezentrum des nordafrikanischen es. Tripolis befindet sich im Nordwesten von Libyen, liegt direkt am Mittelmeer und hat eine Bevölkerung von rund 1,68 Millionen Menschen. Die Stadt hat eine lange Geschichte. Sie wurde bereits im siebten Jahrhundert v. Chr. von den Phöniziern gegründet, weshalb es mehrere interessante Bauwerke, nicht zuletzt auch aus der Zeit des Römischen Reiches in der Stadt gibt.Die Assaraya al-Hamra ist eine riesige Schlossanlage mit zahlreichen Innenhöfen, dominiert die Skyline der Stadt und befindet sich am Rande der Medina. Es sind einige klassische Statuen und Brunnen aus der osmanischen Zeit rund um die Burg verstreut.

Die Gurgi und Karamanli Moscheen mit ihren aufwendigen Verzierungen und Kacheln sind Beispiele für die künstlerischen Fähigkeiten der lokalen Handwerker.

Vor den Toren der Gurgi-Moschee befindet sich der Triumphbogen des Mark Aurel, das einzige erhaltene römische Denkmal in der Stadt. Immer mehr Paläste, vor allem aus der Karamanli-Zeit, sind ebenfalls restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der grundlegende Stadtplan der Medina wurde in der Römerzeit angelegt, als die Wände zum Schutz vor Angriffen aus dem Inneren des Tripolitanien gebaut wurden. Drei Tore waren für den Zugang zur Altstadt vorgesehen: Bab Zanata im Westen, Bab Hawara im Südosten und Bab Al-Bahr in der Nordwand. Die Stadtmauern stehen noch und können für eine gute Aussicht auf die Stadt bestiegen werden. Der Basar ist für seine traditionellen Waren bekannt; Schmuck und Kleidung können in den lokalen Märkten gefunden werden. Das Jamahiriya-Museum, eine feine, moderne Anlage in der Schlossanlage gelegen, ist Libyens Nationalmuseum. Es beherbergt viele Artefakte aus den römischen und griechischen Zeiten des Landes, darunter Schätze der Welterbe-Stätten in Leptis Magna und Sabratha.

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