Myanmar

Früher hieß Myanmar noch Birma oder Burma, heute ist es Myanmar. Durch die Umbenennung des Landes im Jahr 1989 sollte ein deutliches Zeichen gesetzt werden und damit gezeigt werden, dass man in diesem Land die Kolonialzeit überwunden hat. Auch wenn Myanmar schon längerer Zeit dabei sich zu einem modernen Staat zu entwickeln, wird das Land immer noch was die Fortbewegungsmittel angeht, von den alten Traditionen herrscht. Die dreirädrigen Fahrradrikschas gehören immer noch zum gewöhnlichen Straßenbild in Land und Stadt in Myanmar.

Zudem gibt es in den Städten auch Pferdekutschen, in den Dörfern Ochsenkarren, mit denen Menschen und Waren transportiert werden. Diese ursprüngliche Art der Fortbewegung sehen Reisende heute nur noch selten, doch es ist diese Natürlichkeit der Menschen und der Umgang mit ihrem Alltag, was den Charme von Myanmar ausmacht.

Mandalay und Rangun

In den Städten Myanmars herrscht allerdings hektische Betätigung im Alltag. Die Stadt Rangun verfügt über einen modernen Zubringer, den Yangon-Mandalay Expressway, eine Schnellstraße, die die Stadt mit der Metropole Mandalay verbindet. In Mandalay, der letzten Hauptstadt des burmesischen Reiches, kehrt die Moderne nur langsam ein. Das heißt diese Stadt hat sich ihren ursprünglichen Charme bewahrt und hält jede Menge Sehenswürdigkeiten parat, wie den Königspalast und die Möglichkeit den Mandalay Hill zu besteigen, um dort einen unvergesslichen Sonnenuntergang zu erleben.

Auch ein Ausflug zu den beeindruckenden Höhlen von Monywa lohnt sich.

Die größte Stadt des Landes mit rund 4,47 Millionen Einwohnern ist aber Rangun, die bis 2005 Hauptstadt des Landes war. Seither befindet sich der Regierungssitz in Naypyidaw (übersetzt „Heimstatt der König“). Rangun, das am Ostrand des Irrawaddydeltas in der Nähe des Golfes von Martaban liegt, ist heute das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum von Myanmar. Rangun verfügt über zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Im Nationalmuseum für Kunst und Archäologie, der Nationalbibliothek und der Weltfriedens-Pagode befinden sich zahlreiche Reliquien aus der bewegten Geschichte des Landes, die es hier zu bewundern gibt. Rangun ist nämlich, wie sonst keine andere Stadt in Myanmar, reich bestückt mit Kolonialarchitektur. Der Baubestand aus dem 19. Jahrhundert ist noch recht gut erhalten. Bewundert werden können hier ehemalige britische Regierungs- und Verwaltungsgebäude, aber auch Villen.

Rangun ist zudem der Ort, an dem sich West und Ost auf wunderbare Weise im Stadtbild ergänzt.

Denn in der Stadt finden sich auch zahlreiche Kultstätten der unterschiedlichen Religionen. Hinduistische und chinesisch Tempel stehen hier in unmittelbarer Reichweite von buddhistischen Pagoden, wie der in der Nähe des Hafens gelegene Botahtaung-Pagode, die Sule-Pagode (errichtet um 253 v. Chr.) und die 98 m hohe und mit Blattgold überzogene Shwedagon-Pagode, die das religiöse Zentrum Myanmars ist und über 2500 Jahre alt sein soll. In der planmäßig von den Briten angelegten Altstadt gibt es auch christliche Kirchen und eine kleine Synagoge. Kirchengeläut ertönt hier neben dem Gebetsruf der Muezzins. Vor der Stadt findet sich indes ein Zeugnis der Moderne, der Yangon International Airport, der zu einer der modernsten in ganz Südostasien zählt und für Reisende als „das Tor zu Myanmar“ gilt.

Endlose Tempelfelder und idyllische Seen

Zu den historischen Königsstädten Myanmars zählt Bagan, gelegen am Ostufer des Irrawaddy, rund 150 km von Mandalay entfernt. Hier findet sich regelrecht eine Feld von Tempeln auf einer recht kleinen Fläche. Insgesamt stehen auf ca. 36 km² mehr als 2000 zum Teil sehr gut erhaltene Tempelbauten. Dieser Bereich gilt als einer größten archäologischen Stätten in Südostasiens. Zu den idyllischsten Plätze in Myanmar indes zählt aber der Inle Se in der Shan Provinz. Dieser Süßwassersee liegt ist Heimat der Inthas, der „Söhne des Sees“. Hier kann man schwimmende Gärten und Dörfer mitten im See bewundern. Andere Dörfer befinden sich in Flussnähe, direkt an Kanälen.

Die hier lebenden Fischer haben eine besondere Form lebend Fische zu fangen und haben auch ihre eigen Fortbewegungsmethode auf dem Wasser entwickelt, nämlich eine Bein-Rudertechnik. Der Inle See ist seit dem Jahr 1985 offiziell ein Vogelschutzgebiet. Diese Gegend von Myanmar ist auch ideal geeignet für den Anbau von Wein. Zudem gibt es hier das Kloster Nga Phe Kyanug, das „Kloster der (durch Reifen) springenden Katzen“. Der Inle See bietet Gelegenheit Myanmar von seiner Ursprünglichkeit her zu erleben.

 

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