Weihnachtsinsel

Einsamer Traum für Wassersportler und Individualisten

Inmitten des Indischen Ozeans liegt die 135 Quadratkilometer große Weihnachtsinsel zwischen Indonesien und Australien. Ihren Namen verdankt sie dem Umstand, dass sie am Ersten Weihnachtstag im Jahr 1643 zum ersten Mal von Europäern betreten wurde. Politisch betrachtet gehört sie zu Australiens Außengebieten, Perth befindet sich etwa 2.600 Kilometer in südöstlicher Richtung. Tropischer Regenwald bestimmt das Bild auf der Insel und etwa zwei Drittel ihrer Fläche stehen unter Naturschutz.

In den 1980er-Jahren wurden gut 85 Quadratkilometer zu einem Nationalpark gemacht, den die wenigen Urlauber, die sich auf die Weihnachtsinsel verirren, gerne besuchen. Eine massentouristische Infrastruktur hat sich auf der einsam gelegenen Insel bislang nicht entwickelt und so fühlen sich hier vor allem Individualisten, Tauchbegeisterte und Abenteurer wohl. Einen reinen Badeurlaub wird man hier wegen der hauptsächlich steilen Küsten nicht unbedingt verbringen.

Kleiner aber feiner Tourismus

Von der indonesischen Hauptstadt Jakarta dauert der Flug auf die Weihnachtsinsel etwa eine Stunde, von Australien aus muss man etwas länger rechnen. Der kleine Zielflughafen liegt in der Nähe der Hauptstadt Flying Fish Cove. Wer mit dem Schiff kommt, muss sich auf raue See einstellen. Die Küste ist schwer zu erreichen, weil die Wellen auch an windstillen Tagen kräftig gegen die schroffen Klippen branden. Hotels und andere Unterkünfte gibt es auf der Insel in sämtlichen Preisklassen. Das Luxussegment hat sich jedoch nicht durchsetzen können. Auch stören keine riesigen Hotelanlagen das landschaftliche Bild. Da nur wenige Taxis und Busse fahren, lohnt sich ein Mietwagen auf jeden Fall zur Erkundung der Umgebung, denn die Straßen sind durchaus passabel. Weil eine der Landessprachen Englisch ist, fällt die Verständigung mit den Inselbewohnern leicht.

Die etwa 1.600 Menschen, die hier leben sind hauptsächlich chinesischer Abstammung und verdienen ihren Lebensunterhalt fast ausschließlich im Tourismus-Gewerbe.

Artenreiche Tierwelt

Die Weihnachtsinsel bietet vielen seltenen Tierarten eine Heimat. Manchmal wird sie aufgrund der vielfältigen Flora und Fauna auch als „Galapagos des Indischen Ozeans“ bezeichnet. Die Insel hat einen Kern aus Vulkangestein und Kalkstein, Steinkorallen bildeten bei ihrer Entstehung die Basis. Eine faszinierende Unterwasserwelt, die immer noch komplett unberührt und intakt ist, stellt einen der Höhepunkte im Hinblick auf die landschaftlichen Reize der Insel dar. Ein ganz besonderes Schauspiel gibt es aber auch an Land auf der Weihnachtsinsel zu bestaunen – und zwar Ende November bzw. Anfang Dezember, je nachdem wie der Mond steht. Dann legen etwa 120 Millionen der leuchtend roten Weihnachtsinsel-Krabben ihre Eier ins Meer. Dazu marschieren die Tiere, die so groß wie ein Fußball werden können, weite Strecken über die Insel zur Küste. Dieses Naturphänomen ist eine Attraktion und begeistert die Forschung schon lange, denn bislang bleibt unklar, warum die Krabben sich so zielsicher auch über größere Hindernisse bewegen können. Außerdem leben auf der Weihnachtsinsel zahlreiche Palmendiebe, die größten an Land lebenden Krebstiere. Eine Reihe von Vogelarten ist ausschließlich hier Zuhause, darunter der Weißschwanz-Tropikvogel, der auch auf der Flagge der Weihnachtsinsel abgebildet ist.

Im August findet eine Bird Week statt und lockt zahlreiche Vogelbeobachter auf die Insel.

Vielfältige Unternehmungen

Klassische Touristenattraktionen in Form von Museen oder Monumenten sucht man hier vergebens. Tauchen und Schnorcheln ist für Touristen hier eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Die Unterwasserwelt ist intakt, die Sicht ausgesprochen gut. Das Riff liegt häufig nicht weit vor der Küste. Steinkorallen, Mantas, Delfine und riesige Schwärme bunter Fische finden sich an den unterschiedlichen Tauchplätzen rund um die Insel. Auch die größten Fische der Welt, die Walhaie, kommen hier vor. Und das Beobachten der Haie der Weihnachtsinsel krönt jeden Tauchausflug.

Die Tauchgebiete sind für einige sogar ein echter Geheim-Tipp und werden als Alternative zu den teilweise überlaufenen australischen Tauchspots angesehen.

Ein besonders schöner Badestrand liegt in der Nähe der Hauptstadt.

Ansonsten ist das Baden auf der Insel eher schwierig, da die Küsten fast alle mit steilen Klippen gesäumt sind. Dass es hier häufig windig ist, verschafft Surfern und Seglern gute Bedingungen für ihren Sport. Der dichte Regenwald im Landesinneren lädt zu Dschungelwanderungen ein. Kein einziges giftiges Tier kann dieses spannende Erlebnis trüben und der Bewuchs ermöglicht ein einfaches Durchwandern. Eine andere Attraktion sind die Blowholes, aus denen beeindruckende Wasserfontänen in die Luft schießen.

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