Spitzbergen

Spitzbergen – rau, unberührt, faszinierend

Spitzbergen, auch als Svalbard bekannt, ist eine Inselgruppe, die zwischen dem Arktischen Ozean und der Barentssee, der Grönlandsee sowie der Norwegischen See liegt. Die Inseln befinden sich direkt nördlich von Norwegen, in das sie 1920 integriert wurden. Alle Siedlungen der Inselgruppe liegen auf der Hauptinsel Spitzbergen. Der Ort mit den meisten Einwohnern, und gewissermaßen die Hauptstadt, ist Longyearbyen mit einer Bevölkerungszahl von 1.800. Barentsburg ist die einzig verbliebene russische Siedlung und beherbergt 400 Einwohner.

Weniger als 100 Menschen leben in Ny-Alesund, der am nördlichsten gelegenen Besiedlung weltweit. Abgesehen von der Hauptinsel Spitzbergen sind alle anderen Inseln unbewohnte Naturreservate, die nur mit einer gesonderten Erlaubnis betreten werden dürfen. Diese Inseln können in zwei Gruppen unterteilt werden: Einerseits die Gruppe rund um Spitzbergen, welche Barentsoya, Edgeoya, Nordaustlandet und Prins Karls Forland umfasst. Andererseits die weiter entfernten Inseln Bjornoya, Hopen, Kong Karls Land und Kvitoya. Spitzbergen ist die nördlichste Spitze Europas und abgesehen von ein paar Militärbasen sind seine Siedlungen die nördlichsten permanent bewohnten Orte der Erde. Die Inseln umfassen eine Fläche von 62.050 km² und beherbergen insgesamt weniger als 3.000 Einwohner.

Die Inseln wurden angeblich bereits im 12. Jahrhundert von Wikingern entdeckt. Die erste festgehaltene Bereisung fand jedoch erst 1596 durch dänische Seefahrer statt. Die nordwestliche Küste von Spitzbergen diente anschließend im 17. und 18. Jahrhundert als internationale Basis des Walfangs. Norwegens Unabhängigkeit wurde 1905 anerkannt, fünf Jahre später erhielt es die offizielle Verantwortung für die Inselregion. Obwohl ein Teil von Norwegen, bleibt die Inselregion bis heute ein neutrales Territorium. Die offizielle Sprache ist Norwegisch, jedoch spricht beinahe jeder Englisch. In Barentsburg sind auch Russisch und Ukrainisch weit verbreitet. Die Norwegische Krone ist die Währung Spitzbergens und wird auch in den russischen Siedlungen akzeptiert. Spitzbergen ist eine steuerfreie Zone, weshalb viele Läden in Longyearbyen Preise bieten, die weit unter denen auf dem norwegischen Festland liegen.

Spitzbergens Naturwunder – unberührt und vielfältig

Die Abgeschiedenheit von Spitzbergen und die geringe Bevölkerungszahl tragen dazu bei, dass die Infrastruktur der Inselgruppe nicht besonders weit ausgebaut ist. Trotzdem gibt es verschiedene, mitunter abenteuerliche, Möglichkeiten, von A nach B zu gelangen. Eine längere Straße verbindet den Flughafen von Longyearbyen mit der Mine 7. Die Siedlung Longyearbyen selbst verfügt über einige Straßen. Viele Einwohner haben Autos und während der Wintermonate sind Schneemobile beliebte Verkehrsmittel. Zwischen den verschiedenen Inseln und Siedlungen reist man am besten per Flugzeug oder Helikopter, im Sommer können auch Boote genutzt werden. Auf einer Bootssafari begegnet man mit etwas Glück sogar einem Polarbären.

Die meisten Besucher Spitzbergens kommen vor allem, um die arktische Natur in ihrer ganzen Rohheit und Kraft zu erleben. Die Inseln beherbergen unberührte Gletscher, raue Berge, aber auch Polarbären, Karibus, ein seltenes kurzbeiniges Rentier, Polarfüchse, Wale, Seerobben und Walrösser. Zudem ist Spitzbergen bekannt für seine vielzähligen Vogelarten. Wale können vor allem im Spätsommer vor der Küste beobachtet werden. Orcas, Belugas und Narwale sind allesamt in den Gewässern Spitzbergens anzutreffen. Während des kurzen Sommers schmilzt der Schnee in den milderen Teilen der Inselgruppe und ermöglicht so einen Blick auf weite Tundralandschaften, die sich manchmal mit besonders schönen Blumen schmücken. Die unberührte Landschaft lädt zu Exkursionen in die arktische Wildnis ein. Planen Sie jedoch Ihre Trips nicht selbst, sondern nehmen Sie an organisierten Events mit professionellen Fremdenführern teil.

Auf Longyearbyen Geschichte erleben

Longyearbyen verfügt über einige sehenswerte Museen und die nördlichste Kirche der Welt. Die Siedlungen aus der sowjetischen Ära in Barentsburg und Pyramiden, die seit 1990 verlassen sind, stellen ungewöhnliche und interessante Reiseziele dar. Hier befinden sich unter anderem die nördlichsten Lenin-Statuen, die mit dem Boot oder per Schneemobil von Longyearbyen aus besucht werden können.

Wenn Sie lokale Spezialitäten probieren möchten, werden Ihnen höchstwahrscheinlich Fleisch vom Rentier oder der Seerobbe angeboten. Eine beliebte Zubereitungsart von Drinks findet sich auf den Gletscherfahrten. Dort werden Getränke häufig mit Gletschereis serviert, welches durch natürliche Prozesse über tausende von Jahre purifiziert wurde. Eine echte Spezialität Spitzbergens!

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