Kiribati

Sinkender Südseetraum

Entdecker und Abenteurer sind in Kiribati genau richtig, denn ein Massentourismus hat sich hier nie durchgesetzt. Dennoch zählt Kiribati nicht zu den echten touristischen Geheim-Tipps, denn das Südseeparadies droht nicht nur im Meer, sondern auch im eigenen Müll zu versinken. Die Folgen des Klimawandels bedrohen die Existenz aller Einwohner Kiribatis schwer und es gibt bereits Pläne für eine langfristige Umsiedelung auf Teile der Fidschi-Inseln und nach Neuseeland. Einige unbewohnte Koralleninseln sind bereits vom Meer dauerhaft überspült worden. Dazu kommt, dass die Inseln Kiribatis zum Teil deutlich übervölkert sind und so die Müllberge ins unermessliche wachsen.

Weitläufiger Inselstaat mit Geschichte

Auf halber Strecke zwischen Australien und Hawaii zieht sich Kiribati mit einer Vielzahl von Inseln, die sowohl zu Mikronesien als auch zu Polynesien gehören, über ein weitläufiges Gebiet nördlich und südlich des Äquators.

Die Gilbert Islands, die Phoenix Islands und die Line Islands sind die drei Hauptinselgruppen, insgesamt zählen 32 Atolle und die Vulkaninsel Banaba zum weit verstreuten Inselstaat. Die Hauptinsel ist Tarawa mit der Hauptstadt South Tarawa. Die Insel wurde vor allem durch den Zweiten Weltkrieg bekannt, als hier Japaner gegen US-Marines kämpften. Früher hatten die Gebiete der Gilbert- und Ellice-Inseln wegen des Phosphatabbaus für Großbritannien große Bedeutung. Die Vorkommen waren bereits nahezu erschöpft, als Kiribati unabhängig von Großbritannien wurde, jedoch profitiert das Land immer noch von den Zinsen eines Fonds, den die Briten für den restlichen Phosphatabbau eingerichtet hatten.

Kind am Strand

Die meisten Atolle werden den Gilbertinseln zugerechnet, zu denen auch das Hauptatoll Karawa gehört. Jede Insel erfüllt ihre eigene Aufgabe für Kiribati, so sind auf Bairiki mit der gleichnamigen Stadt die meisten Regierungsgebäude untergebracht und auf der Nachbarinsel Betio liegt der wichtigste Hafen. Ein befahrbarer Damm verbindet die beiden Inseln Bairiki und Betio. Den Internationalen Flughafen beherbergt die Insel Bonriki auf der südlichen Inselkette. Die Versorgung der abgelegenen Inseln übernimmt die private Fluggesellschaft Coral Sun Airways, die die größeren Atolle mehrmals pro Woche anfliegt und Lebensmittel, Medikamente und Waren liefert.

Wirtschaftlich sind heute vor allem die Fischereirechte und die vielen Kokosnussplantagen von Bedeutung.

Bezaubernde Unterwasserwelt und Traditionsbewusstsein

Kiribatis Hauptinseln bieten alles, was es für einen erholsamen Badeurlaub braucht. Schöne Sandstrände, angenehme Wassertemperaturen und tolles Wetter. Wassersportarten wie Surfen und Segeln sind genauso beliebt wie Wandern und Reiten an Land. Doch am schönsten verbringt man seine Freizeit auf Kiribati beim Tauchen oder Schnorcheln, denn die zahlreichen Korallenriffe warten mit einer unberührten Unterwasserwelten auf. Naturliebhaber besuchen außerdem die Insel Banaba, auf der Tausende einheimischer Vögel zuhause sind. Banaba ist von Korallenriffen umgeben, die weit aus dem Wasser ragen und zu den höchsten Erhebungen auf Kiribati gehören. Nur etwa 300 Menschen leben hier rund um den Hauptort Antereen, von der Zeit als britische Kolonie bemerkt man kaum mehr etwas merken. Traditionelle Reethäuser dominieren das Bild und gerade diese Lebensart bezaubert die Besucher besonders. Die rund 4.000 Touristen, die jedes Jahr nach Kiribati kommen, staunen, wenn sie erleben, dass die Einwohner auf einigen Inseln noch über die traditionelle Nachbarschaftshilfe miteinander handeln und Geld nur in Ausnahmenfällen als Zahlungsmittel eingesetzt wird.

Kiribati Flagge

Kulturelle Attraktionen auf Kiribati

Die Sehenswürdigkeiten von Kiribati liegen auf den verschiedenen Inseln verstreut, so findet man beispielsweise im Süden der Insel Karawa noch beeindruckend große Kanonen der Japaner, die im Widerstand gegen die Amerikaner im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurden.

Berühmt und wunderschön sind die Phoenix-Inseln, die 2010 wegen ihrer besonderen Artenvielfalt in die Liste der UNESCO-Weltnaturerbe aufgenommen wurden. In der Hauptstadt besuchen Touristen gerne das Kiribati National Cultural Centre and Museum, das als kleines Volkskundemuseum einen Einblick in die Geschichte und Kultur des Inselstaates gibt. Wer Land und Leute aber wirklich kennenlernen will, der lässt sich mit dem Flugzeug oder der Fähre zu einer der kleineren Inseln bringen. Dort wird er von freundlichen Einheimischen für seinen Aufenthalt in die Dorfmitte aufgenommen und hat die Möglichkeit die regionalen Bräuche und Feierlichkeiten hautnah mitzuerleben. Sollte es zeitlich passen, sind vor allem Ostern und Weihnachten oder das Fest zur Feier der Unabhängigkeit Kiribatis am 12. Juli eindrucksvoll. Besonders entspannend wirkt der Kiribati Way of Live, denn die Menschen leben im Hier und Jetzt und planen höchstens bis zum nächsten Morgen.

 

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