Reisebericht Alaska

Bevor ich mit meinem Reisebericht über unsere Reise durch Alaska beginne, möchte ich zuerst einmal ein paar Daten und Fakten vorwegschicken. Der Name Alaska leitet sich von einem aleutischen Begriff her, der soviel bedeutet wie „ Land, in dessen Richtung der Ozean strömt “. Mit einer Fläche von über 1,7 Millionen Quadratkilometern ist Alaska der größte Bundesstaat der USA, geographisch gesehen sowohl der westlichste als auch der nördlichste. Von den rund 670.000 Einwohnern leben allein 275.000 in Anchorage, der größten Stadt Alaskas.

Fairbanks belegt den zweiten, die Hauptstadt Juneau den dritten Platz. Am 18. Oktober wird der “ Alaska Day “ gefeiert, der Jahrestag der offiziellen Übergabe des Landes von Russland an die USA. Leider konnten wir die Feier nicht miterleben, da unser Urlaub schon im September zu Ende war. Das Klima ist im Inneren des Landes kontinental mit kalten Wintern und mäßig warmen Sommern, im Norden subpolar mit langen, sehr kalten Wintern und kurzen, kalten Sommern. An den Küsten im Süden und Westen ist das Klima durch den Meereseinfluss gemäßigter und regenreicher. Die beste Reisezeit für Alaska ist von Mai bis September. Möchte man Alaska außerhalb dieser Zeiten besuchen, sollte man sich vorab über die Öffnungszeiten informieren, da viele Nationalparks und einige Hotels mit Beginn der Wintersaison ( ab Oktober ) schließen.

Wir hatten das Gefühl, dass sich die gute Planung gelohnt hat, denn so wurde die Reise einfach unvergesslich.

Da mein Mann und ich sehr naturinteressiert sind, konzentrierten wir uns auf die Landschaft und die Nationalparks Alaskas.

Alaskas Landschaft

Damit man sich das riesige Land etwas besser vorstellen kann, gebe ich hier erst einmal eine grobe Übersicht. Ich finde, man kann Alaska am besten in fünf Teile gliedern: Der hohe Norden (Far North) wird im Norden vom Nordpolarmeer begrenzt. Die Küstenebene wird als „North Slope“ bezeichnet, südlich davon liegt die Bergkette„ Brooks Range “. Der hohe Norden umfasst auch die Steward-Halbinsel mit der Stadt Nome an der Beringsee. Von Nome aus startete unser Flugzeug in den Kobuk Valley Nationalpark. In der Mitte Alaskas, Interior liegt die Stadt Fairbanks, die Yukon-Niederung und die Gebirgskette „Alaska Range“. Im Osten grenzt das Gebiet an Kanada.

Der Yukon selbst entspringt in den kanadischen Rocky Mountains, durchquert Alaska in Richtung Westen und mündet in die Beringsee.

Zum Südwesten ( Southwest ) gehören neben dem südwestlichen Teil des Festlands auch die schmale Alaska-Halbinsel, die Inselketten, die sich an die Halbinsel anschließen (unter anderem die Aleuten) sowie der vorgelagerte Archipel Kodiak mit der gleichnamigen Stadt. Der zentrale Süden (Southcentral) umfasst die Anchorage-Halbinsel mit der gleichnamigen Stadt und den Teil Alaskas, der am Golf von Alaska liegt. Der Teil von Alaska, der an der „Inside Passage“ liegt, zieht sich nach Süden entlang der Pazifikküste. Hier liegt die Hauptstadt Juneau.

Alaska, Tor zum Eismeer

Nördlich der „Brooks Range“-Bergkette erstreckt sich baumlose arktische Tundra, die von verschiedenen Vogelarten und Karibus als Sommerquartier genutzt wird. Für meinen Mann ging auf dieser Reise ein Kindheitstraum in Erinnerung. Ich wusste gar nicht, was Karibus sind, aber er wollte schon als kleines Kind einmal eine Karibu-Herde aus der Nähe sehen.

Südlich schließen sich Hügellandschaften an, deren Täler zum großen Teil zum Yukon führen. Die Landschaft ist einfach unbeschreiblich. Rau und doch wunderschön.

Die abwechslungsreiche Umgebung lädt zu Wanderungen und Kanutouren ein. Wir machten beides. Bei den Kanuturen sollte man eines beachten: früher oder später wird jeder mindestens einmal nass. Also unbedingt auf Funktionskleidung verwenden, die schnell am Körper trocknet! Der Gates of the Arctic Nationalpark machte seinem Namen alle Ehre- Tore zur Arktis. Dort leben unter anderem Karibus, Moschusochsen, Wölfe und Bären. Zum Kobuk-Valley Nationalpark am nördlichen Polarkreis führt keine Straße. Wir nahmen das Flugzeug von Nome aus. Durch Gletscheraktivitäten sind in diesem Park Sanddünen entstanden, im Sommer hat ist es einen Monat lang den ganzen Tag über hell. Ein unglaubliches Erlebnis!

Alaska Halbinsel

Die größten Seen Alaskas liegen auf der Alaska-Halbinsel. Das Gebiet ist eine riesige Spielwiese für Naturbeobachter wie uns. Wir wussten gar nicht, wohin wir zuerst schauen sollten. Die zahlreichen Wildschutzgebiete beherbergen Elche, Karibus, Tundra-Schwäne, Vielfraße, Adler, Regenbogenforellen und fünf verschiedene Lachsarten. Im Katmai National Park kann man jeden Sommer Braunbären beobachten, die sich an Lachsen sattfressen. Leider hatten wir keine Zeit mehr für eine Fahrt zu den Aleuten oder zum Kodiak-Archipel (die Heimat des Zodiak-Braunbären).

Mount McKinley

In der Mitte Alaskas liegt der mit 6.194 Metern höchste Berg Nordamerikas, der Mount McKinley. Seine indianische Bezeichnung Denali „ Der Hohe “ gab dem Denali-Nationalpark seinen Namen. Da wir Bergsteiger mit Leib und Seele sind, war dieser Nationalpark für uns auf unserer Reise Pflicht. Ein großer Teil des Yukon-Flusses befindet sich in der Mitte Alaskas und lädt zu Kanutouren ein.

Alaskas Nationaparks

Der Vollständigkeit halber sei gesagt: am Golf von Alaska liegen der Lake Clark Nationalpark, der Kenai Fjords Nationalpark und der älteste Nationalpark der USA, der Wrangell St. Elias Nationalpark. Allerdings waren die nicht Bestandteil unseres Urlaubs. Wir fuhren stattdessen mit der Fähre entlang des „Inside Passage“-Seewegs. Hier verkehren regelmäßig Fähren und Fähren-Kreuzfahrten der „BC Ferries“ und dem „Alaska Marine Highway System“, die man im Voraus buchen sollte. Unsere Seereise begann bei Prince Rupert in Kanada und führte nach Ketchikan in Alaska. Eine wunderschöne Fahrt. Es besteht natürlich die Möglichkeit, noch weiter an der Küste entlangzufahren, das hätte jedoch unser Budget überfordert. So besuchten wir in unserem Urlaub leider nicht die Hauptstadt Juneau, die keine Straßenanbindung hat und nur mit dem Flugzeug oder per Schiff erreichbar ist.

Ein Urlaub in Alaska, inbesondere für Natur begeisterte Touristen und Besucher ein Traum.

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