Reisebericht Ecuador

Reisebericht über eine Reise nach Ecuador in den Anden, in Südamerika. Als wir unseren Freunden von unserem Reiseziel erzählt hatten, ernteten wir fragende Blicke. Ecuador? Warum ausgerechnet Ecuador? Ganz einfach, weil wir schon immer von Südamerika fasziniert waren und der kleine Andenstaat noch auf unserer Wunschliste fehlte.

Quito, die Hauptstadt Ecuadors

Nach einem Zwischenstopp in Miami sind wir zwar übermüdet, aber guter Dinge am Montagmorgen endlich in Quito, der Hauptstadt Ecuadors gelandet und haben erst einmal nach Luft geschnappt, Quito liegt schließlich 2.850 m hoch.

Die Luft ist feucht, aber da es nicht allzu heiß ist, empfinden wir es nicht als unangenehm. Leider liegt auch die in einem Talkessel gelegene Stadt unter einer Dunstglocke und erst als das Taxi in den modernen Stadtteil von Quito einfährt lichtet sich der Dunst und gibt den Blick frei auf schmucklose und zum Teil protzige Hochhäuser.

Touristenviertel Marisal

Das Touristenviertel von Quito ist hier in Marisal. Hotels, Restaurants und Kneipen, alles ist sauber und aufgeräumt. Auch der Park durch den wir am nächsten Tag schlendern. Allgegenwärtig sind Jungs die hier ihre Dienste als Schuhputzer anbieten. Der Service kostet umgerechnet 25 Cent. Entweder man lässt diese Prozedur einmal über sich ergehen oder man trägt für den Rest des Aufenthalts in Quito weiße Turnschuhe. Mit einem Taxi fahren wir über den Panecillo Hügel in die Altstadt.

Tour durch Antiquo

Vom Unabhängigkeitsplatz aus starten wir unsere Tour durch Antiquo, die Altstadt. Sehenswert ist die Basilika, die größte Kirche von Quito. Mit einem Fahrstuhl fahren wir auf die Plattform und genießen von dort aus die Aussicht über die Stadt, die nur 22 Kilometer vom Äquator entfernt ist und haben einen fantastischen Blick auf den 4.690 m hohen Vulkan Pinincha, Quitos Hausberg.

Durch die Venezuela, eine breite Straße die durch die Altstadt führt, kommen wir am Regierungspalast und am Bischofssitz vorbei und erreichen schließlich die kleinen Gassen mit den blauen und weißen Häusern im Kolonialstil. Hier ist auch die Kirche des heiligen Franziskus. Von außen eher unscheinbar ist diese alte Kirche von innen an Pracht nicht zu überbieten. Wohin wir sehen, alles ist aus Blattgold und Marmor.

Atacames

Von Quito aus ging unsere Reise per Bus an die 1300 km lange Küste Ecuadors. Die Fahrt dorthin ist mehr als abwechslungsreich und zeigte einmal mehr, das Ecuador das Land der Kontraste ist. Praktisch hinter jeder Kurve ändert sich das Landschaftsbild. Hinter der Stadt Calacali beginnt die Bergkette der Anden. Hier ist die Landschaft trist und ohne nennenswerte Vegetation. Als wir nach der Bergkette wieder in Richtung Tal fahren, ändert sich die Landschaft schlagartig. Es wird heiß und tropisch. Unser Ziel heißt Atacames. Der Ort liegt direkt am Meer und unterscheidet sich nicht von anderen Badeorten. Strandbars, Restaurants und Liegestühle unter Palmen. Strand und Wasser sind sehr sauber und der Service ist, wie eigentlich überall in Ecuador, sehr freundlich. Der Ort selbst ist eher unscheinbar. Am Stadtrand aber offenbart sich uns die Armut des Landes. Hier leben die Angestellten der Hotels in kleinen windschiefen Hütten, ohne fließendes Wasser und Strom.

Cuenca

Unser nächstes Ziel ist Cuenca, eine kleine Stadt ca. 470 km von Quito entfernt. In der Hauptstadt hatte man uns erzählt, das Cuenca die sauberste und reizvollste Stadt in Ecuador ist und wir wurden nicht enttäuscht.

Zwar ist die Reise im Bus mit knapp acht Stunden ziemlich lang und die Straßen auf dem Bergrücken der Anden alles andere aus komfortabel, aber allein der Nationalpark ist die Reise wert. Die Landschaft mit ihren über hundert Seen ist atemberaubend schön. Wir haben uns die Mühe gemacht und den höchsten Punkt des Parks mit Hilfe von Eseln erklommen und auf 4450 m im kalten Wind gestanden und auf Cuenca geblickt, das aus dieser Höhe wie ein malerisches Spielzeugdorf aussieht.

Die Stadt selbst ist wirklich hübsch, mit wunderschönen kolonialen Häusern, Brunnen und einem bunten, lebhaften Markt. Hier haben wir die typischen farbenprächtigen Wollmützen gekauft und eine köstliche kalte Fischsuppe mit Mais und Koriander gegessen. Dazu gab es “ Chicha „, ein “ Bier “ aus einer Mischung aus Yuca (oder Manjok) und Süßkartoffeln. Dieses Bier ist sehr süffig und deshalb auch mit Vorsicht zu geniessen. Yuca findet man überall in Ecuador. Als Brot oder auch als kleinen Snack an Strassenecken in fritierter Form, ähnlich wie Pommes Frites.

Galapagos Inseln

Für die letze Woche unserer Reise haben wir uns Galapagos vorgenommen. Ein Urlaub in Ecuador ohne die sagenhaften Inseln gesehen zu haben, ist unmöglich. Nach einem ca. vierstündigen Flug landeten wir in Baltra. Von dort aus ging es mit dem Boot weiter zu den Inseln. Auf Santa Cruz lagen direkt am Anleger Seelöwen in der Sonne und bei einem Spaziergang am Strand sahen wir zum ersten Mal Landleguane, jene „Drachen“ die aus der Urzeit übrig geblieben sind. Die Tiere sind nicht scheu, trotzdem blieben wir auf Abstand. Neben den Leguanen und Riesenschildkröten ist der Artenreichtum an Wasservögeln faszinierend. Kormorane, Frigatvögel, alle Arten von Möwen und besonders die mächtigen Albatrosse spazieren über die Wege, ohne sich im geringsten an den Menschen zu stören. Die Galapagosinseln sind eine Welt für sich. Ohne Übertreibung können wir eine Reiseempfehlung für Ecuador aussprechen und natürlich auch für die zu Ecuador gehörenden Inseln.

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