Reisebericht Indien

Diesen Reisebericht schreibe ich in erster Linie, um unsere tollen Reiseerlebnisse zu dokumentieren und anderen Reisefreudigen das schöne und interessante Indien nahe zu bringen. Noch während des Studiums entschieden meine beste Freundin und ich, dass wir nach der Uni eine längere Reise machen wollten, bevor wir uns ganz dem stressigen Berufsleben widmen.

Anfangs stand Südamerika ganz oben auf der Liste, aber dann schauten wir durch Zufall einen dieser berühmten Bollywood-Filme und waren plötzlich hin und weg von dem indischen Flair. Seitdem stöberten wir durch sämtliche Reisekataloge und suchten nach einer günstigen Reise nach Indien. Wir wurden auch ziemlich schnell fündig und buchten einige Wochen später unseren Flug von Berlin, über London, nach Delhi.

Gedanken zu Indien

Der Tag des Urlaubs rückte immer näher und irgendwie war uns ganz mulmig. Zwei junge Frauen alleine in Indien? Viele Freunde hatten uns davon abgeraten, wir waren dennoch fest entschlossen uns auf die Indien-Reise zu machen und alle schönen Sehenswürdigkeiten des dicht besiedelten Landes zu erkunden. Wir freuten uns schon auf die neidischen Gesichter unserer Bekannten, wenn wir nach dem Trip erst einmal unsere tollen Reisefotos präsentieren. Ein wenig nervös zwar, aber voller Vorfreude konnten wir die letzten Nächte kaum mehr schlafen.

Mit dem Flugzeug unterwegs

Unser erster kurzer Flug von Berlin nach London war sehr entspannend. Kaum schwebten wir über den Wolken, setzte der Flieger schon wieder zur Landung an. Nun war die Aufregung nicht mehr zu verdrängen. Wir checkten am Schalter der indischen Fluggesellschaft ein und saßen schon wenigen Minuten später in dem farbenfrohen Flugzeug. Einige Luftlöcher und wackelige Manöver später standen wir dann am Flughafen in Delhi.

Delhi, die Hauptstadt Indiens

Das erste Mal konnte ich nun nachempfinden, wie Menschen sich fühlen, wenn sie einen Kulturschock erleiden. Ein anderer Geruch, komisches Wetter und eine extrem hektische Menschenmenge machte uns etwas sprachlos. Wir wussten erst einmal gar nicht, wohin wir gehen oder was wir überhaupt tun sollten. Nachdem wir uns wieder einigermaßen gefangen hatten, quetschten wir uns in das Taxi eines sehr freundlichen Mannes und ließen uns ins nahe gelegene Hotel chauffieren. Der Verkehr war das reinste Chaos! Das meist genutzte Utensil in einem indischen Auto ist in jedem Fall die Hupe und unser Fahrer war an diesem Tag ganz besonders in Huplaune. So viele Menschen auf den Straßen, Kühe und Radfahrer. Die Fahrt dauerte sicherlich viermal länger, als wir gedacht hatten.

Unser erster Eindruck von Indien war überwältigend und aufregend, aber wir waren sehr froh, endlich in unser Hotel einchecken zu können.

Am ersten Tag ließen wir es langsam angehen. Nach dem Frühstück, welches übrigens nicht das leckerste war, schlenderten wir durch Delhi, immer in Hotelnähe, denn wir fühlten uns doch noch etwas verloren in dieser belebten Stadt. Es ist wirklich unglaublich, wie aufdringlich diese Händler waren und dass sogar die kleinen Kinder um Geld baten. Irgendwie war uns etwas mulmig, dennoch fanden wir die vielen kleinen Läden und Stände echt bezaubernd. Tolle farbenfrohe Kleider und Tücher wurden hier angeboten, wir ließen aber erst einmal alles auf uns wirken und verfielen nicht gleich in einen Shopping-Rausch.

Sehenswürdigkeiten Delhis

Endlich ging unsere abenteuerliche Reise durch das wunderschöne Land so richtig los. Mit einem Reisebus ging es erstmal zur Jama Masjid. Dieses bezaubernde Gebäude ist die größte Moschee in Delhi und besticht durch faszinierende Dekorationen und dem blühenden Vorgarten. Die berühmte Jama-Masjid-Moschee liegt hoch über den Dächern der Stadt. Wir schauten uns das Humayun-Mausoleum und den Mandir-Tempel an, der zu den eindrucksvollsten Kultstätten Delhis gehört. Auch dieses Gebäude ist einzigartig und wir bekamen echt schon einen kleinen Vorgeschmack auf das Taj Mahal, welcher das Highlight unserer Indien-Reise sein sollte. Natürlich mussten wir ganz schnell noch ein paar Fotos schießen. Nachdem wir noch eine amüsante Tour mit einer Fahrradrikscha unternommen haben, fuhren wir endlich in Richtung Agra. Schon die Landschaft, die man aus dem Busfenster wahrnahm, verzauberte die Reisenden. Hatte man es in der Großstadt noch mit hupenden Verkehrschaoten und staubigen Straßen zu tun, sah man nun grüne Felder und riesige Blumenlandschaften.

Taj Mahal

Die Fahrt war wirklich sehr angenehm. In Agra angekommen versanken wir sofort in den Betten unseres kleinen Hotels und freuten uns auf den nächsten Tag. Die indische Küche wurde im Übrigen zunehmend leckerer!

Die Eindrücke und Gefühle, die man hat, wenn man vor dem riesigen Taj Mahal steht, sind in einem Reisebericht kaum zu beschreiben. Das Gebäude ist einfach ein architektonisches Wunderwerk und zurecht eines der neuen Weltwunder! Das Taj Mahal ist eines der herausragenden Bauwerke der Welt. Doch es gibt hier etwas ganz besonderes. Im Spiegel der Wasserbecken scheint dieses Mausoleum zugleich zu schweben und sich zu verdoppeln. In nahezu weißem Marmor erstrahlt die Anlage. Sie besteht aus den wunderschönen Gärten, dem Sarail und dem eigentlichen Grabbau. Die Architektur ist persisch beeinflusst. Die Gesamtanlage ist von perfekter Symmetrie. Die Mittelkuppel ist 74 Meter hoch. Vier Minaretten befinden sich an den Ecken der 100 mal 100 Meter großen Terrasse. Über allem ruht der zwiebelförmige Dom mit den Mosaiken und mit zahlreichen Edelsteinen geschmückten Wänden. Schade, dass man sofort schief angeschaut wird, wenn man den Fotoapparat zückt. Das Fotografieren ist zwar erlaubt, aber anscheinend nicht unbedingt gerne gesehen. Das war uns jedoch total egal. So ein Erlebnis macht man nicht alle Tage und wir schossen unzählige Reisefotos. Als die Sonne dann langsam unterging, erschien das Taj Mahal noch schöner und romantischer als vorher. Man fühlte sich echt wie in einem Märchen.

Leider verließen wir Agra am nächsten Tag wieder und uns wurde das Herz schwer, als das Taj Mahal durch das Rückfenster des Reisebusses langsam im dichten Smog verschwand.

Rajasthan

Ein anderer nennenswerter Punkt in unserem Reisebericht ist die Stadt Rajasthan. Hier hielten wir am berühmten Palast der Winde, den wir sogar von innen besichtigen konnten. Der Palast der Winde, geschaffen für den Blick nach außen! In Rajasthan werden romantische Phantasien Wirklichkeit. Hier lebt ein indisches Tausendundeine Nacht sowie Lagerfeuer unter freiem Wüstenhimmel und Forts voller Legenden. Auch in dieser Stadt wurden wir von den fliegenden Händlern und einigen aufdringlichen Menschen fast erdrückt und unsere gute Laune ging etwas den Bach runter. Dennoch fanden wir großen Gefallen an dem riesigen Basar direkt neben dem Palast und endlich hatten wir etwas mehr Zeit, um einzukaufen. Tees, hübsche Stoffe, Gewürze und auch Souvenirs, alles konnte man hier bekommen. Wir hatten sogar gelernt zu handeln und machten so sicherlich das eine oder andere Schnäppchen.

Ein Urlaub in Indien ist in jedem Fall ein abenteuerliches und spannendes Erlebnis. Das Land ist sehr vielfältig und es gibt so unheimlich schöne Orte und sehenswerte Plätze. Die Menschen sind eigentlich sehr herzlich und gastfreundlich, man muss sie nur einzuschätzen wissen. Ein erholsamer Trip war unsere Indien-Reise bestimmt nicht, aber ein absolut faszinierender und empfehlenswerter.

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