Reisebericht Istanbul

Mein Lebenspartner wollte mir zum Jahreswechsel eine Freude machen und schenkte uns eine Reise, aber wohin sollte es gehen? „Lass dich überraschen“, „naaa toll und was soll ich in den Koffer packen?“ Nach einigen Informationen hatte ich also meinen Koffer gepackt und vorsichtshalber meinen Reisepass eingesteckt. Am Flughafen dann erfahre ich beim Check in, es geht nach Istanbul. Jetzt ist die Freude groß, so eine tolle Überraschung, ich wollte immer schon mal nach Istanbul. Super, es geht nach Istanbul.

Istanbul, die Stadt am Bosporus

Istanbul, eine Stadt zwischen zwei Kontinenten. Metropole dreier Weltreiche, Byzanz, Konstantinopel und heute Istanbul. Die Stadt am Bosporus übt auf Ihre Besucher eine große Faszination aus. Die Nahtstelle der Kontinente hat eher ein orientalisches Gesicht aus ein europäisches. Istanbul zählt offiziell über 10 Millionen Einwohner, Schätzungen gehen von weit mehr aus. Hier am Bosporus begegnen sich zwei Kontinente, Europa und Asien. Istanbul breitet sich auf beiden Seiten der Meerenge aus. Verbunden sind beide Teile der Stadt durch filigrane Brückenbauwerke. Der Bosporus verbindet das Marmarameer mit dem Schwarzen Meer. Er hat eine Länge von mehr als 30 Kilometern. Der Bosporus gehört zu den bedeutendsten Wasserstraßen der Welt.

Atatürk Flughafen

Wir flogen von Berlin Tegel nach Istanbul zum Flughafen Atatürk. Am Nachmittag kam unsere Maschine auf dem International Airport in Istanbul, dem größten Flughafen in der Türkei, an. Zugegeben, es war Ende Dezember, aber so ein Wetter hatte ich in Istanbul nicht erwartet. Es war schon fast dunkel und man konnte seine Hand vor Augen kaum sehen, weil es so stark regnete. Wir nahmen ein Taxi und fuhren in unser Hotel. Ein schwieriges Unterfangen, denn es war Raschauer in Istanbul. Die ohnehin immer verstopften Straßen der Metropole waren jetzt nahezu undurchlässig. Unser Weg führte uns immer entlang des Bosporus bis in die Altstadt von Istanbul.

Istanbul Hotel

Endlich waren wir in unserem Hotel angekommen und es hatte zudem aufgehört zu regnen. Das Hotel gefiel uns sehr gut, es war ja auch ein Fünfsterne Haus. Erst einmal Koffer auspacken, etwas frisch machen und da meldete sich der Hunger! Ein wenig wollten wir Istanbul noch unsicher machen. Also zogen wir los. Nicht weit von unserem Hotel befand sich die 470 Meter lange Galata Brücke. Sie wurde 1912 errichtet und überspannt das goldene Horn. Beiderseits der Brücke befinden sich die exklusivsten Fischrestaurants. Das war genau das Richtige für uns, die wir sowieso so gerne Fisch essen. Ein wenig spazierten wir noch über die Galata Brücke und am gegenüberliegenden Ufer entlang. Das beleuchtete Istanbul mit seinen unzähligen Moscheen, den vielen Sehenswürdigkeiten und der Bosporus Brücke, diese Stadt gehört für mich zu einer der schönsten und faszinierendsten Städte der Welt.

Bosporus Fährfahrt

Wir fahren mit einem großen Fährschiff über den Bosporus von Eminönü nach Kadiköy, sozusagen von Europa nach Asien. Eine sehr preiswerte Art des Reisens. Es ist schönes Wetter, die Sonne lacht und die Sehenswürdigkeiten der Stadt Istanbul ziehen an uns vorbei. In der Ferne liegt eine Unmenge von großen Frachtern, die wohl auf Ihren Lotsen warten, der sie durch die Meerenge Bosporus bringen soll. Eine Vielzahl von Möwen begleiten unser Schiff. In Kürze beginnt unser Seitensprung nach Asien. Kurz vor Üsküdar ragt eine kleine Festung aus dem Bosporus. Es ist der Leanderturm, nach einer Sage auch Mädchenturm genannt, der Turm wird noch heute als Leuchtturm genutzt. Nach der Ankunft der Fähre in Kadiköy, der Bezirk ist mit einer Million Einwohnern der größte Istanbuls und ein lebensfroher und pulsierender dazu, fahren wir mit einem Bus auf den großen Wochenmarkt. Ein riesiger, wohlgeordneter Markt, auf dem man so gut wie alles kaufen kann. Wir nehmen uns ein Taxi und fahren in den etwas konservativeren Stadtteil Üsküdar. In Üsküdar gibt es die größte muslimische Begräbnisstätte der Welt. Der Karaca-Ahmed-Friedhof. Ein riesiger Friedhof, nur einen kleinen Teil des Friedhofs sehen wir uns in aller Ruhe an. Danach laufen wir entlang einer Geschäftsstraße in Richtung Fährstation. Wir betrachten einige Moscheen, kleine Märkte und essen in einem Fischrestaurant zu Mittag.

Mit der Fähre von Üsküdar nach Eminönü geht es zurück nach Europa. Eine beschauliche Fahrt entlang der Paläste am Ufer des Bosporus. Im Licht der untergehenden Sonne erstrahlt der Hügel am Goldenen Horn. Ganz besonders sehenswert einige Moscheen, insbesondere die Hagia Sophia, die Blaue Moschee und der Topkapi Palast, die Neue Moschee sowie die Galata Brücke oder auch der Galata Turm. In Eminönü, der Fährstation an der Galata Brücke angekommen, bummeln wir noch durch die Altstadt. Zuletzt besuchen wir den Großen Basar.

Die Warenvielfalt ist unbeschreiblich. Ständig will ein Händler einem seine Waren verkaufen. Wir bleiben auch nicht so lange, denn ein Händler für außergewöhnliche Lampen lädt uns in sein unweit vom Basar befindliches Geschäft ein. Es gibt eine Besichtigung der Firma, Tee und Gebäck und ein langes Gespräch. Man kann hier wunderschöne Lampen, mit Hand gefertigt, in jeder Größe, Form und Farbe aus verschiedenen Materialien kaufen, allerdings die Preise sind relativ hoch. Wir entschließen uns mit Rücksicht auf unsere Urlaubskasse erst einmal keine Lampe zu kaufen!!! Als wir aus dem Geschäft kommen, gehen wir in die falsche Richtung. Es geht Abwärts, das ist schon mal richtig, wir laufen und laufen?

An einem Hotel angekommen fragen wir nach dem richtigen Weg. Oh je, wir sind völlig falsch und haben noch ca. 5 Km vor uns. Links neben uns eine Festungsmauer, rechts die Uferstraße am Bosporus. Ein Taxi können wir nicht nehmen, denn die sind auf Grund des Verkehrsstaus auch nicht schneller als wir. Also laufen wir bis zur Galata Brücke und kommen dort völlig kaputt an. Wir gehen in eines der zahlreichen Fischrestaurants unter der Galata Brücke und belohnen uns selber mit einem exzellenten Essen und einigen Glas Wein.

Rundfahrt durch Istanbul

Für den heutigen Tag haben wir eine Tagesfahrt gebucht. Das heißt eigentlich zwei Touren. Vormittags die Tour Istanbul Classics und Nachmittag die Tour Ottoman Relics. Geplant waren in Tour 1 die Besichtigung des Sultan Ahmet Center, die Hagia Sofia, die Blaue Moschee, das Hippodrome und der Große Basar. Nach dem Mittagessen ging es weiter mit Tour 2 dem Topkapi Palace und der Rüstem Pasa Moschee sowie dem Gewürzmarkt.

Weltkulturerbe der UNESCO

Die historischen Bereiche von Istanbul mit den berühmten Bauwerken wie die Hagia Sophia, die Blaue Moschee sowie der Topkapi Palast wurden im Jahr 1985 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Hagia Sophia

Diese Kirche entstand bereits in der Epoche des byzantinischen Reiches. Sie wurde mehrfach zerstört und wieder aufgebaut. Justinian, der bedeutendste Herrscher der Spätantike, baute die zuvor niedergebrannte Kirche in alter Pracht wieder auf. Der berühmteste Architekt dieser Zeit wurde Bauleiter. Das Dach der Kirche wurde dieses Mal aus Holz gefertigt. Wertvoller Marmor aus Baalbek, Ephesus und Delphi geholt. Der Bau der 3. Hagia Sophia soll mit Hilfe von 1.000 Handwerkern und 10.000 Bauarbeitern fünf Jahre gedauert haben. Die Größe des Kirchenraumes beträgt 7.570 m². Die Hagia Sophia ist die viertgrößte Kirche der Welt. Ihre Kuppel besitzt eine Höhe von über 55 Metern.

Blaue Moschee

Von den Einheimischen wird sie Sultanahmet Moschee genannt. Ihr Erbauer Sultan Ahmet I. beauftragte den Architekten Sedefkar Mehmet Aga 1609 bis 1616 mit dem Bau. Sie ist die einzige Moschee Istanbuls mit 6 Minaretten. Durch 5 Tore gelangt man in den Vorhof, der die Moschee von 3 Seiten umgibt. Dieser Arkadenhof besitzt 30 Kuppeln. Den blaugrünen Fayencen im Oberteil der Innenwände verdankt die Blaue Moschee ihren Namen. Die Kuppel hat einen Durchmesser von 22 Metern. Sie wird von vier mächtigen Pfeilern mit fünf Meter Durchmesser getragen. Die blaue Moschee besitzt 260 Fenster, die viel Licht hereinlassen. Ein Stück der Kaaba in Mekka schmückt die Gebetsnische.

Topkapi Palast

Der Topkapi Palast liegt auf der Landzunge von Stambul und hat eine Fläche von 12 Hektar. Mehmet der Eroberer gründete den Palast 1459. In den folgenden vier Jahrhunderten wurde der Palast immer wieder ausgebaut und ergänzt. Zur Gesamtanlage gehören ausgedehnte Gärten. Die meisten Bauten dienen heute als Museumsräume. Es gibt viele interessante Ausstellungsstücke. Unter anderem Waffen, Uhren, Fayencen, Stoffe, Miniaturen, Schmuck, Porzellan sowie muslimische Reliquien. Der Topkapi Palast ist in vier Höfe aufgeteilt. Besonders Interessant ist auch der Harem. Er stellt einen abgesonderten Trakt innerhalb des Palastes dar.

Großer Basar

Er liegt in der Altstadt ganz in der Nähe anderen wichtigen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Der Basar beherbergt auf einer Fläche von 20 Hektar mehr als 4000 Läden in einer in der ganzen Welt einmaligen Warenvielfalt. Täglich strömen weit mehr als eine halbe Million Menschen auf den Basar. Sie drängen durch die mit Kuppeln überdachten Straßen der Hallen und Arkadengänge. Das Warenangebot ist unvorstellbar. Für die Touristen ein wichtiger Basar, eine der meist besuchten Sehenswürdigkeiten von Istanbul.

Gewürzbasar

Der zweite Überdachte Basar in Istanbul ist der Gewürzmarkt. In diesem Basar gibt es noch einige Krämerläden im alten Stil. Der Gewürzbasar hat 6 Eingänge und 86 Läden. Die Säulenvorhallen vor einigen Eingängen verleihen dem Bauwerk ein imposantes Aussehen.

Bosporus Rundfahrt

Für den heutigen Tag haben wir eine Bosporus Rundfahrt gebucht. Das Schiff wartete an einer Anlegestelle hinter der Galata Brücke auf uns. Bei schönem, sonnigem aber etwas windigem Wetter ging es los. Wir saßen auf dem Oberdeck und tranken erst einmal einen leckeren Tee. Wir fotografierten die schöne Stadt Istanbul vom Wasser aus. Dabei hatten wir viel zu tun, denn ständig gab es neue, interessante Sehenswürdigkeiten und Fotomotive zu entdecken. Die entstandenen   Fotos können Sie auf dieser Webseite unter Reise Fotos betrachten!

Neben den schon im oberen Teil des Reiseberichtes aufgezählten wichtigen Sehenswürdigkeiten Istanbuls, die von der Wasserseite aus besonders interessant aussehen und natürlich gut zu fotografieren waren, gab noch eine Menge anderer Highlights zu entdecken. Zum Beispiel die Yeni Cami Moschee an der Galata Brücke, die Bosporus Brücke und die Rumeli Hisar Festung, den Dolmabahce Palast, die Ortaköy Moschee oder auch die Fatih-Sultan-Mehmet-Brücke sowie die Festung Rumeli Hisar und vieles, vieles mehr. Auch hier, bei dieser Bosporus Rundfahrt, gab es einen Abstecher auf die asiatische Seite von Istanbul, nach Üsküdar.

Galata Turm

Wieder am Goldenen Horn angekommen, machen wir einen Spaziergang über die Galata Brücke, suchen uns ein hübsches Restaurant mit Blick aufs Meer und speisen, wie soll es anders sein, natürlich Fisch. Sehr lecker. Nach dem wir uns gestärkt hatten, wollten wir noch auf den Galata Turm steigen. Zunächst einmal ging es eine steile Treppe nach oben. Am Turm angekommen reiten wir uns in die Schlange der Touristen, die auf den Turm wollte. Ein äußerst beeindruckendes Bauwerk, stelle ich von unten fest. Im Inneren des Turmes dann, neben anderen Annehmlichkeiten, zwei Fahrstuhlauszüge, ooohhhhh angenehm. In kurzer Zeit ist der Aufzug an der Plattform angekommen. Von hier oben hat man eine 360 ° Rundumsicht über Istanbul. Wir freuen uns, das gibt tolle Reise Fotos. Wahrscheinlich wurde der Turm von den Genuesen als Schutz gegen die Angriffe der Byzantiner bebaut. Damals erstreckte sich die Herrschaft der Byzantiner nur auf den anderen Stadtteil zwischen Marmarameer und Goldenem Horn. Heute ist der Turm restauriert und beinhaltet neben Aufzug und Aussichtsplattform in den verschiedenen Stockwerken Restaurants mit und ohne Unterhaltungsprogramm.

Silvesterfeier

Nachdem wir im Hotel etwas ausgeruht und uns etwas silvesterfein gemacht hatten, gingen wir zur Happy New Year Party „Bosporus by Night“, hier gab es nichts, was es nicht gab. Ein tolles Essen, Sekt und andere Getränke sowie ein klassisches Show Programm mit verschiedenen Künstlern, Musik und Tanz, natürlich auch Bauchtanz. Es herrschte eine super Stimmung. Kurz vor 12 Uhr gingen wir auf die Galata Brücke, um des Feuerwerk über Istanbul zu bewundern. Dabei war die besonders ausgeleuchtete Bosporus Brücke natürlich das Highlight. Wir tranken unseren mitgebrachten Sekt und genossen das beleuchtete Istanbul bei Nacht.

Altstadt Rundgang

Am Vormittag gingen wir nochmals zum Gewürzmarkt. Dort war mir vor ein paar Tagen ein großer Jade Stein aufgefallen. Wir hatten gehandelt, aber er war immer noch teuer. Heute am letzten Tag unserer Istanbul Reise kaufte ich ihn doch noch. Jetzt schmückt er mein Büro. Danach gingen wir zur Altstadt. Auf dem Weg dahin viel uns ein Badehaus, ein Türkisches Hamam auf. Das mussten wir nach ausprobieren. Sehr exklusiv, aber auch ziemlich teuer. Schnell zurück ins Hotel, die Koffer standen schon bereit und das Taxi wartete auch schon auf uns. Zum Flughafen und ab nach Berlin.

Auf Wiedersehen Istanbul, wir kommen ganz bestimmt bald wieder!

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