Reisebericht Norwegen

Nachdem uns unser letzter Urlaub nach Amerika geführt hatte, beschlossen wir, dass dieses Jahr wieder einmal Europa dran wäre. Den Süden kannten wir bereits, so auch den Westen und demnach bedurfte es keiner langen Diskussionen, dass diesmal Skandinavien dran war. Zunächst überlegten wir, ob unsere Reise uns durch alle skandinavischen Länder führen sollte, aber schließlich entschlossen wir uns, dass eines alleine schon für einen ganzen Urlaub und darüber hinaus ausreichend war.

Also fiel unsere Wahl auf Norwegen, das Land der Trolle und Fjorde und voller Vorfreude ging es an die Vorbereitungen, zu dem auch mein obligatorischer Reisebericht für die Freunde und Verwandtschaft zählte.

Urlaubsplanung für Norwegen

Nachdem klar war, in welches Land es uns zog, musste nun nur noch die Art der Reise geklärt werden und nach einigem hin und her beschlossen wir, dass wir eine kleine Rundreise unternehmen würden, dabei aber jeweils einige Tage vor Ort bleiben und uns dort eine Ferienwohnung mieten wollten. Mein Mann begann auch gleich einen Reisebericht nach dem Anderen nach den perfekten Orten durchzusehen, aber schließlich nahmen wir einfach nur eine Karte, das Portal eines Anbieters von Ferienwohnungen und unsere eigenen Träume, um den Urlaub zu planen.

Oslo bis Kristiansand

Da wir nur zwei Wochen Zeit hatten, mussten wir auf Reiseziele wie das Nordkap und die Lofoten verzichten und konzentrierten uns ausschließlich auf den Süden des Landes, der für sich schon beeindruckend ist. So beschlossen wir zunächst nach Oslo zu fliegen, dort vier Tage zu bleiben und dann weiter über Hamar zum Galdhopiggen – dem höchsten Berg Norwegens – und von da aus nach Bergen, Stavanger und Kristiansand zu fahren. Außer in den Bergen, in denen wir ein oder zwei Tage wandern wollten, organisierten wir für unsere Reise überall eine Ferienwohnung und beschlossen im kommenden Jahr dann das mittlere und nördliche Norwegen zu besuchen.

Oslo

Unsere Reise begann mit dem Flug nach Oslo, der Hauptstadt Norwegens und von der Fläche her eine der größten Städte Europas. Zum Pflichtprogramm zählte natürlich der Holmenkollen, ein Berg im Stadtgebiet, auf dem sich eine Wintersportanlage mit der ältesten Skisprungschanze weltweit befindet. Auch die Akershus-Festung, die zu Beginn des 14. Jahrhunderts von König Håkon V. Magnusson errichtet wurde und seit dem zwar vielfach belagert, aber erst im zweiten Weltkrieg hatte eingenommen werden können, gehörte zu unserem Besichtigungsprogramm am ersten Tag. In einem Reisebericht hatten wir viel zu dessen Geschichte gelesen und tauchten nun mit entsprechender Hingabe in diese ein, besichtigten sowohl das Festungsgelände als auch die innere Festung. Da das Widerstandsmuseum und die Schlosskirche nur wenige Schritte entfernt waren, beschlossen wir, auch diesen noch am selben Tag einen Besuch abzustatten, ehe wir gegen Abend in unsere Ferienwohnung zurück kehrten. Die nächsten Tage gehörten der Museumsinsel mit dem Norsk Folkemuseum, dem Rådhusgate das mit einer Vielzahl mittelalterlicher und neuzeitlicher Gebäude gesäumt ist, dem königliche Schloss mit seinem Schlosspark, der Domkirke und schließlich dem Hafengelände. Natürlich blieb auch Zeit für den ein oder anderen Einkaufsbummel und stundenlange Erholung in einem der städtischen Parks.

Hamar

Unser nächstes Reiseziel war Hamar, die größte Binnenstadt des Landes, welche bereits im 12. Jahrhundert als Bischofssitz gegründet wurde. Hier blieben wir jedoch nur eine Nacht und besuchten die Ruine des mittelalterlichen Doms, das Eisenbahn- und das Auswanderungsmuseum, wie auch die Halle für die Olympischen Winterspiele 1994, die man hier liebevoll als – wegen ihrer Form – Wikingerschiff bezeichnet. Am nächsten Tag schon brachen wir zum Jotunheimen-Gebirge auf, um über den leichten Anstieg zum Galdhopiggen zu steigen.

Galdhopiggen

Hier starteten wir früh morgens von der Juvasshütte auf etwas mehr als 1800 Meter Höhe mit einer geführten Bergtour. Da das Wetter nicht ganz so schön wie erhofft war, benötigten wir etwas länger als die geplanten vier Stunden, aber am Gipfel des fast 2500 Meter hohen Berges angekommen, hatten wir Glück, denn der Himmel riss auf und die Sonne bescherte uns doch noch einen herrlichen Ausblick über das Gebirge. Den nächsten Tag verbrachten wir in Bøverdal, in der sich eine 34 Meter hohe Sagensäule befindet, und welches unterhalb des Galdhopiggen liegt. Es wurde ein reiner Entspanungstag, ehe wir weiter nach Bergen fuhren. Von hier aus wollten wir dann nach Süden die Küste entlang bis Kristiansand fahren.

Bergen

Bergen ist die zweitgrößte Stadt Norwegens welche über einen großen Seehafen und viele kulturellen Möglichkeiten verfügt. Neben dem Hanseviertel – welches im Übrigen zum UNESCO Weltkulturerbe gehört – waren wir selbstverständlich auch auf dem großen Fischmarkt, der ein wenig an Hamburg erinnerte und doch ganz anders war. Ein Muss in Bergen ist auch die Festung Bergenhus, welche aus dem zwölften Jahrhundert stammt, wie auch die Håkonshalle, eines der Gebäude im Königshof, das aus dem dreizehnten Jahrhundert stammt. Da wir mehrere Tage blieben, hatten wir genug Zeit um uns durch die Museen der Stadt zu arbeiten, zu denen das Freilichtmuseum Gamle Bergen, das Kunstmuseum, das technische Museum und noch einige Andere zählen. Natürlich sahen wir uns auch die Griegvilla an, in der der berühmteste Komponist Norwegens – Edvard Grieg – lebte. Leider haben wir keine Karten mehr für das älteste norwegische Theater bekommen – „Den Nationale Scene“ – das im 19. Jahrhundert errichtet wurde, dennoch hat Bergen besonders kulturell einen bleibenden Eindruck bei uns hinterlassen.

Kristiansand

Unser letztes Reiseziel vor der Heimreise war Kristiansand. Auch hier hatten wir uns wieder eine Ferienwohnung gemietet und von hier aus würden wir am Ende mit der Fähre nach Dänemark übersetzen und nach Hause fahren. Doch noch war es nicht so weit und wir genossen die letzten Tage unseres Urlaubs voller Erholung im beliebtesten Sommerferienort Norwegens. Kristiansand verfügt über herrliche Strände und eine Vielzahl an Freizeitangeboten. Dazu gehören zum Beispiel das Quart-Festival, ein Tierpark und ein großer und kurzweiliger Freizeitpark. Auch bietet die Stadt einige schöne Museen, sowie Theater, Sinfonien und eine Gallerie, die Video-Art anbietet. Der Hafen der Stadt ist beeindruckend und wunderschön und vor unserer Fährübersetzung nutzten wir die Gelegenheit durch diesen einen langen Spaziergang zu machen und in einem der erlesenen Restaurants unser letztes Mal in Norwegen einzunehmen. Dann hieß es Abschied nehmen, aber wie wir es schon vor unserer Reise beschlossen hatten, würden wir im kommenden Jahr wieder Urlaub in Norwegen machen, das uns mit den freundlichen Menschen und seiner unglaublichen Natur gefangen hat.

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