Reisebericht Oman

Letztes Jahr unternahm ich mit Freunden eine Rundreise über die Arabische Halbinsel, dabei besuchten wir auch das Sultanat Oman. Wir erreichten das Königreich mit dem Flugzeug, Oman besitzt zwei internationale Flughäfen, wobei wir in Sib landeten, einem Flughafen der in einem der zahlreichen Vororte der Hauptstadt Maskat liegt. Am Flughafen angekommen nahmen wir uns eines der zahlreichen Sammeltaxis um in das 30 Kilometer entfernte Zentrum von Maskat zu gelangen, wo wir bereits ein Zimmer im Guest House reserviert hatten.

Die Sammeltaxis gehören im Oman zu den wichtigsten Fortbewegungsmitteln, da das Busnetz zwar existiert, viele Busse aber ausfallen oder nur unregelmäßig verkehren. Erfreulicherweise zeigte sich direkt bei der Ankunft das die meisten Omanis, neben dem Arabischen, zumindest einige Worte Englisch sprechen und zudem sehr freundlich zu Besuchern sind. Dieser Eindruck von den Bewohnern des Oman wurde durch weitere Erfahrungen während unserer Reise bestätigt.

Dabei sind die Omanis zwar ihrerseits sehr offen für Gäste und freundlich, sie legen jedoch auch großen Wert darauf dass Besucher ihre Traditionen respektieren und beispielsweise nicht in kurzen Hosen und knappen T-Shirts zu Besichtigungen erscheinen.

Maskat, Hauptstadt des Oman

Wir gelangten problemlos zu der am Golf von Oman gelegenen Hauptstadt, die den Ausgangspunkt unserer Reise bilden sollte. Maskat selbst erwies sich schnell als lebendige Kleinstadt mit nur rund 30.000 Einwohnern. In der Hauptstadtregion leben insgesamt über eine Million Menschen, sie verteilen sich auf die zahlreichen Vororte der Stadt. Maskat selbst liegt in einer malerischen Bucht am Meer, die Stadt wird von den Ausläufern des Hadschar Gebirges umrahmt, die hier direkt bis an die Küste heranreichen. Nach einer kurzen Pause in unserem Hotel begannen wir das Zentrum von Maskat zu erkunden.

Sultan Qaboos Moschee

Dabei stießen wir als erstes auf die bekannteste Moschee des Oman, die riesige Sultan Qaboos Moschee. Besonders schön fanden wir das alte Hafenviertel der Stadt. Hier sahen wir den Fischern am Kai eine Weile bei der Arbeit zu, um dann zum imposanten Palast des Sultans zu laufen, der das Panorama des ältesten Stadtteils dominiert. Nicht weit vom Sultanspalast stießen wir auch auf zwei Gebäude aus der Zeit der portugiesischen Dominanz in der Region: die mittelalterlichen Burgen Al Mirani und Al Jalali. Sie wurden einst auf zwei Felsvorsprüngen am Meer errichtet, um den natürlichen Hafen zu schützen. Den anstrengenden ersten Tag unseres Urlaubs ließen wir an einem kleinen Strand unweit des Hafens bei einer Limonade ausklingen. Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft aßen wir in einem der indischen Restaurants zu Abend. Diese Restaurants sind für Liebhaber der indischen Küche ein absolutes Highlight. Sie werden von indischen Immigranten betrieben und bieten daher sehr gutes Essen zu oftmals günstigen Preisen.

Souk von Matrah

Am nächsten Tag unseres Urlaubs besuchten wir zunächst den Souk von Matrah, einem Nachbarort von Maskat. Hier stießen wir auf einen lebendigen, typisch orientalischen Markt mit einem unglaublich reichen Angebot an Gewürzen, Nahrung und Kleidung. Nachmittags mieteten wir einen Wagen um die Hauptstadt zu verlassen. Wir machten uns auf den Weg zu dem nur rund 120 Kilometer von Maskat entfernt liegenden Gebirge Dschabal Al-Dahar. Hier wollten wir einige kleinere Wanderungen und Trekkingtouren unternehmen. Das Straßennetz von Oman erwies sich als gut ausgebaut, alle Schilder sind auch in Englisch beschriftet.

Bahla, historische Stadt

So erreichten wir unser erstes Ziel, die historische Stadt Bahla am Fuß des Gebirges, problemlos. Den Nachmittag nutzten wir um die historische Stadtmauer und die Festung von Bahla zu erkunden. Letztere wurde im 17. Jahrhundert aus Lehmziegeln erbaut und bietet mit ihren 130 Wehrtürmen einen imposanten Anblick. Ein Besuch in Bahla sollte bei keiner Reise durch den Oman fehlen, die lebendige Stadt erwies sich als echter Geheimtipp. Am nächsten Morgen brachen wir sehr früh auf, um noch vor der Hitze des Tages einen Ausflug in die Berge unternehmen zu können.

Dschabal Schams

Einem Reisebericht hatten wir entnommen, dass ein ausgeschilderter Weg zum Dschabal Schams, dem höchsten Berg des Oman, existiert. Der Wanderweg erwies sich als sehr anspruchsvoll und kraftraubend, den Gipfel erreichen vermutlich nur gute Bergsteiger mit viel Erfahrung. Wichtig ist es gutes Schuhwerk mitzubringen, die Pfade sind von Anfang an steil und felsig. Dennoch lohnte sich auch für uns Anfänger eine Wanderung, wir erreichten über den Wanderweg wunderschöne Berglandschaften und steile Täler in absoluter Abgeschiedenheit. In Anbetracht der zunehmenden Hitze machten wir uns am späten Vormittag auf den Rückweg, um nach einer Pause im Hotel ein typisch arabisches Mittagessen mit viel Fleisch und zahlreichen Gewürzen zu genießen, was uns in zahlreichen Reiseberichten angepriesen wurde.

Wahiba Sands

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg zu der Wüstenlandschaft Wahiba Sands, die wir im Rahmen einer geführten Tour erkunden wollten. Dazu begaben wir uns in den Ort Al Mintirib, im Osten der Wahiba Wüste. Hier ließen wir unseren Leihwagen zurück und buchten eine Tour durch die Wüste mit einem einheimischen Fahrer, um diese Region möglichst gefahrlos und entspannt erkunden zu können. Unser Beduinen-Führer steuerte den Geländewagen dann auch mit großer Sicherheit durch die Wüste und brachte uns zu den schönsten Landschaften. Die Wahiba Wüste faszinierte uns mit ihren unzähligen, teilweise versteinerten, Sanddünen und ihrem bunten Sand und entschädigte so vollständig für die anstrengende Reise abseits der Pisten.

Al-Ashkar

Die Wahiba Wüste grenzt direkt an der Küste, in der kleinen Küstenstadt Küstenstadt Al-Ashkar trennten wir uns von unseren einheimischen Führern und machten uns mit dem Bus auf den Weg Richtung Hauptstadt. In dem beliebten Badeort Qurum mieteten wir uns in einem der kleineren Hotels an der beliebten Strandpromenade ein, an der in den letzten Jahren auch zahlreiche Luxushotels entstanden sind in denen wohlhabende Gäste aus dem In- und Ausland ihren Urlaub verbringen. Wir entspannten uns bei einem zweitägigen Strandurlaub an den breiten und oftmals leeren Stränden des Badeortes, bevor wir unsere Reise über die Arabische Halbinsel fortsetzten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.