Reisebericht Paris

Reisebericht über eine Reise nach Paris, in Frankreich, im westlichen Europa. Paris gilt als die Stadt der Liebe und großen Gefühle. Ob in der französischen Hauptstadt wirklich Liebe in der Luft ist wollten wir herausfinden. Kennen und lieben gelernt haben wir uns in Deutschland, an der Ostsee verbrachten wir unseren ersten Urlaub, 18 Jahre später sind wir noch immer schwer verliebt und auf dem Weg nach Paris. Dort erwartet uns sicher geballte Romantik und so sind wir schon wahnsinnig gespannt, ob Paris hält was es verspricht.

Hotel Amour

Als wir Donnerstagnachmittag auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle ankommen, stecke ich schon auf der Gangway mein Nässchen nach oben, zum sprichwörtlichen love is in the air- Test. Und in der Tat: Das Pariser Wetter spielt schon einmal mit, der Himmel könnte nicht blauer, die Wolken nicht strahlender weiß sein. Für die nächsten Tage haben wir uns eine Route ganz auf Romantik abgestimmt, zusammengestellt. Und so fahren wir als Erstes ins unsere Liebeshöhle ins Hotel Amour. Möbel im siebziger Jahre Stil vom Flohmarkt und erotische Schwarz- Weiß- Fotografien geben das Motto der Besitzer André und Thierry Costes wieder: Hier soll man sich so fühlen, als wäre man zu Besuch bei Freunden. So verlockend unser Zimmer auch ist, das Hotel können wir auch später noch auf seine Liebestauglichkeit untersuchen.

Museé de la Vie Romantique und Croissants

Nach einen kurzen Dressing-up beginnt unsere romantische Spurensuche im Museé de la Vie Romantique, dem ehemaligen Stadtpalais des Künstlers Ary Scheffler. Wir gucken uns die Ausstellung zum Thema „Romantikmalerei“ an, spazieren Hand in Hand durch den kleinen, versteckten Garten mit den schönen Heckenrosen und landen schließlich auf der Veranda, bei unserem ersten Café au lait. Es ist hier so schön, dass wir uns nur schweren Herzens zu unserem nächsten Ziel aufraffen können, der Bar des „Hótel Plaza Athénée“. Natürlich zu Fuß, um genügend Eindrücke von Paris zu bekommen. Ich bin begeistert, als wir den berühmten Arc de Triomphe und die Champs- Èlysées passieren, aber nach etwa 30 Minuten verfluche ich meine neuen High Heels! Zurück geht es ganz sicher mit dem Taxi! Meine Kamera habe ich natürlich dabei, den die Promi- Quote im „ Plaza Athénée “ soll hoch sein.

Im Inneren kommt mir die extravagante Einrichtung mit den funkelnden Kronleuchtern irgendwie bekannt vor. Eine Nachfrage beim Bar- Mann bringt Licht ins Dunkel: Hier wurde das Finale der Kultserie „Sex an the City“ gedreht! Kult hin oder her, nach zwei Cocktails können wir die Müdigkeit nicht mehr unterdrücken, zudem ist der Ruf unseres Kingsize- Bettes zu verlockend. Etwas müde, aber voller Tatendrang sitzen wir am nächsten Morgen in einer schnuckeligen Brasserie. Mein Mann ist von seinem petit pain au chocolat begeistert, mir haben es die Croissants angetan. Allein die sind schon eine Reise nach Paris wert! Laut der Einheimischen trifft dies aber auch auf die neue Boutique der Schmuckdesignerin Servane Gaxotte zu, die bei Trendsettern hoch im Kurs steht. Ich posiere mit Ringen und Ketten vor dem Spiegel und würde am liebsten mein eigenes Schmuckkästchen auffüllen. Stattdessen kaufe ich in der „Chocolaterie Ladurée“ lieber die traditionellen Macarons, liebevoll eingepackt in lindgrüne und zartlila Schächtelchen.

Restaurant Georges im Kunsttempel Centre Pompidou

Wir gleiten vorbei an vielen schönen Sehenswürdigkeiten wie dem Eiffelturm oder der imposanten Kathedrale Notre Dame und sehen Dutzende verliebter Pärchen, die Arm in Arm am Ufer flanieren. Wieder festen Boden unter den Füßen, schlendern wir zum angeblich romantischsten Restaurant der Stadt, dem „Le Grand Véfour“. Wir blinzeln durch das Fenster, entdecken pompöse Decke, Wandmalereien und köstliche Speisen, aber bei einem Blick auf die astronomischen Preise verschieben wir dieses Gourmet- Erlebnis lieber auf unseren nächsten Urlaub. Da kommt das „Georges“ in der obersten Etage des Kunsttempels Centre Pompidou unserem Portemonnaie schon eher entgegen. Der Blick über die Stadt ist wildromantisch, bei einem Gläschen Prosecco stoßen wir an und im Hintergrund läuft wie bestellt der Klassiker „Have i told you that i love you“.

Ganz so besinnlich geht es im Paris, Paris, dem derzeit angesagtesten Club der Stadt, nicht zu. Nur gut, dass unser Hotel-Concierge uns auf die Gästeliste gesetzt hat, denn die Schlange vor der Tür scheint endlos. Alle wollen rein, wir sind drin und tanzen zu coolen Beats die halbe Nacht. Mit dem dringenden Bedürfnis nach frischer Luft und etwas Verrücktes zu tun, wachen wir auf. Nachdem wir unseren Namen mit schwarzen Edding am Geländer des Eifelturms verewigt und den irren Ausblick bis hin zur Sacré Coeur genossen haben, freuen wir uns im botanischen Garten von Ludwig XIII., dem „Jardin des Plantes“, über die Stille. Auf einmal legt mir mein Mann etwas Kühles um den Hals, ein zauberhaftes Amulett- Kettchen von Servane Gaxotte mit „Je t´aime“- Gravur. In diesem Moment bin ich so glücklich, dass ich die ganze Welt umarmen könnte.

Flohmarkt an der Porte de Clignancourt

Ich kann es nicht genau erklären, aber in Paris bin ich noch ein Stück verliebter. Seit wir hier sind, begleitet mich ein Dauerkribbeln und ich bin der festen Überzeugung, dass es die wahre, ewige Liebe doch gibt. Liegt das wirklich an Paris, ist diese Stadt in eine Art Liebeszauber gehüllt oder bilde ich mir alles etwa nur ein? Diese Frage beschäftigt mich noch, als wir über den Flohmarkt an der Porte de Clignancourt schlendern, der nur am Wochenende geöffnet hat. Für richtige Schnäppchen sind wir zu spät, macht aber nichts. Mir ist ohnehin nicht nach Kaufen zumute, der Markt gefällt uns auch ohne Souvenirs, zudem haben wir Hunger. Wie beruhigend, dass man auch in Paris nicht von Luft und Liebe alleine leben kann. Im „Le Réconfort“, einem entzückenden Restaurant, lassen wir die letzten Tage nochmals Revue passieren und versprechen uns bei Kerzenlicht und Bordeaux, das wir hier nicht zum letzten Mal waren. Hier in der Stadt der Liebe. In Paris werden wir wieder mal Urlaub machen, ganz bestimmt.

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