Reisebericht Rundreise Korsika

Lesen Sie meinen Reisebericht über eine Rundreise auf der schönen Insel Korsika. Mit der Fähre gelangt man vom 180 km entfernten Nizza nach Bastia oder von Marseille und Nizza nach Calvi oder Ajaccio. Wer aus Deutschland kommt, kann auch mit Tuifly oder Lufthansa nach Ajaccio fliegen. Mit British Airways aus Frankfurt angekommen, sind wir knapp 2 Stunden später in Figari gelandet und haben die Gelegenheit genutzt, auf einem Campingplatz kurz vor Bonifacio eine erfrischende Dusche zu genießen und preisgünstig zu übernachten.

Die Stadt haben wir uns angeschaut, sind die steilste Steintreppe Europas auf die Festung geklettert. Ein Bummel durch die Altstadt ist ein Muss, ebenso eine Bootsrundfahrt, bei der man gut den Preis verhandeln kann. Mit dem Bus ging es weiter nach Ajaccio, wo wir für zwei Wochen einen Motorroller mieten konnten. Von Ajaccio sind wir den Prunelli stromaufwärts gefahren und haben die landschaftliche Schönheit von Buschmacchia und Wald genossen. Wer sich traut, kann von der Brücke zur Abkühlung zwischendurch ins Wasser springen und später am Pirellisee eine lauschige Siesta halten. In der Nähe von Porto gab es skurrile Felsformationen zu bestaunen, wo man auch klettern konnte. Wir sind dann bis Cap Corse gefahren und haben den frischen Wind genossen und uns wie Kate Winslet im Film gefühlt.

Die Open Air Disco la Conca d’Oro bei St. Florent ist ein Anziehungspunkt für junge Leute und hauptsächlich von Einheimischen besucht.

Da kann man gut Kontakte bekommen und so richtig drauflostanzen bis in die frühen Morgenstunden. Von Solenzarra und auch von Porto Vecchio ist es nur eine Tagestour mit dem Motorroller bis nach Col de Bavella. Wer dort bleibt, kann den Monte Cinto erklimmen. Wer nicht ganz wachsam ist, kann für eine Flasche Cola oder ein Bier allerdings viel zuviel Geld ausgeben. Korsika ist selbst heute noch wenig touristisch erschlossen, denn die Korsen lieben ihre Tradition, das korsische Volkstum und Unabhängigkeit. Große Hotels gibt es kaum, keine typischen Strandszenen mit bratenden Touristen, sondern eher Rennradfahrer, Motorradfahrer und Rucksackwanderer. Die Bergstrassen bieten zauberhafte landschaftliche Ausblicke bis aufs Meer und der Fernwanderweg GR 20 mit zieht mit seinen Kletterpartie- Abschnitten gut trainierte Wandertouristen an.

Trotzdem findet man auch zum Entspannen südlich von Phare d’Alisto an der Ostküste und südlich von Porto Vecchio viele FKK-Urlaubsanlagen und schöne Strände. Am Col de Vergio sowie bei Haut Asco gibt es kleine Skigebiete, wo den ganzen Winter Skisport betrieben werden kann. Die Pass-Strassen sind manchmal nur einspurig und nicht immer in bester Kondition. Zwischen den größeren Städten im Süden und Osten Korsikas gibt es teilweise ausgebaute Schnellstrassen, doch im Landesinneren kommt man am besten mit dem Motoresel zurecht. Die korsische Eisenbahn führt auf nur zwei großen Strecken durch das Land. Flughäfen gibt es bei Bastia, Camp dell’Oro bei Ajaccio, bei Porto Vecchio und bei Calvi. Autofähren bringen den Besucher von AJaccio, Porto-Vecchio, Propriano und Bonifacio aus aufs Festland im Süden, während man von Bastia, Calvi und L’île rousse von Nordkorsika aus nach Frankreich gelangt. Wer ein Boot chartern möchte, sollte vorsichtshalber einen Bootsführerschein besitzen.

Landschaft, Flora, Fauna und Küche

Korsika hat viel einheimische Landwirtschaft und Handwerk. Terassenartige Kulturen ziehen sich die Hänge hinauf; Olivenhaine, Obstbäume und Rebstöcke wechseln sich ab. An anderen Hängen wächst ganzjährig die typische Macchia, das niedrige Buschwerk, das schon von weitem die Luft mit würzigem Kräuterduft erfüllt. Über 800 m hoch schlängeln sich Forellenbäche durch die eingeschnittenen Täler, Buchen- und Kastanienwälder säumen den Wegrand, Laricios-Kiefern, Weiden und Wasserfälle säumen die Bergseen.

Eidechsen, Schmetterlinge, Bienen, Insekten, Vögel und Wild, vor allem die schwarzen halbwilden Schweine gibt es in Hülle und Fülle. Die Küche ist deftig und würzig. Der Schweinebraten wird über Kastanienfeuer geröstet und mit kräftigem einheimischem Rotwein serviert. Räucherwaren und der typische Brocciu, Schafskäse werden dem Touristen gern zum Mitnehmen verkauft. Wer Bier mag, sollte unbedingt den einheimischen Kastanien- und Myrtensaft verkosten und auch mal einen Aperitif Cap Corse aus Kräutern nach einem deftigen Mahl.

Land und Leute

Die zu Frankreich gehörende, viertgrößte Mittelmeerinsel Korsika liegt westlich von Italien und nördlich von Sardinien. Mit der Hauptstadt Ajaccio an der Südwestküste hat Korsika unter 300.000 Einwohner auf 8.682 km². Abenteuer-Urlauber kommen auf ihre Kosten bei 1000 km Küstenstreifen mit zahlreichen zerklüfteten Buchten, davon zwei Drittel felsig und ein Drittel mit Stränden, die an der Ostküste nur einen etwa 10 km breiten Streifen Flachküste ausmachen. Von Cap Corse im Norden bis zur Südspitze bei Capo Pertusato sind es nur 183 km und von Osten nach Westen gerade mal 83 km. Trotzdem sträubt sich die Insel mit Hochgebirge und tief eingeschnittenen Tälern gegen eine schnelle Eroberung und Verstädterung. Der kristalline Granitsockel der korsischen Berge, vor allem im westlichen Teil entstand wie die Alpen im Tertiär und geht stellenweise bis auf 2.500 m Meerestiefe hinunter. Der östliche Teil hat viel Schiefer und Schwemmland. Rund 50 Zweitausender erheben sich auf der Insel, Monte Cinto mit seinen 2706 m ist nur 24 km von der Westküste entfernt.

Für Rucksacktouristen bietet die Korsische Eisenbahn landschaftlich überwältigend schöne Bahnstrecken, der Fernwanderweg GR 20 entlang der Hochgebirgskette gilt als große Herausforderung unter europäischen Wanderstrecken.

Älteste Siedlungen Europas

Die Jäger und Sammler wurden um 6000 v. Chr. von Neolithikern der Impresso Kultur verdrängt. Im Süden sind Dolmen und Menhire aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. die ältesten Zeugen der menschlicher Siedlungen, vor allem im Tizzano Tal und am Caouria-Gipfel in der Nähe von Fontenaccia. Die Menhire im Südwesten von Korsika, gewaltige Darstellungen von in Stein gehauenen Menschen stammen aus der Zeit um 1.600 v. Chr. Dagegen kam um 2.000 v. Chr. die Torrier im Südosten nach Korsika und bauten die runden Torri genannten Steinhäuser.

Zeugen der Antike

Die Stadt Alalia, später Aleria, wird 560 v. Chr. von den Griechen an der Ostküste gegründet. Sie konnten sich trotz der Angriffe durch Etrusker und Karthager bis zur Eroberung durch Rom ihre Selbständigkeit erhalten. Ab 259 beherrschte Rom Korsika.

Von den Vandalen, Goten, Arabern und dem Papst im Mittelalter zur Autonomie

Auf den Überfall der Vandalen um 450, folgen die Ostgoten, später die Araber im 8- 10. Jahrhundert, als Korsika schon päpstlicher Besitz ist. 1133 verteilt der Papst die sechs korsischen Bistümer auf die Stadtrepubliken Pisa und Genua. Natürlich bekriegen sich beide dort in der Folgezeit. Erst im 18. Jahrhundert löst sich Korsika aus der Genueser Umklammerung und ruft den deutschen Abenteurer Theodor von Neuhoff zum König aus. Das geht nicht lange gut, 1755 wird Pascal Paoli General der unabhängigen Nation Korsika und macht Corte zur Hauptstadt. 1769 wird Napoleon Bonaparte in Ajaccio geboren. Genua verkaufte Korsika an Frankreich und bis heute laufen intensive Unabhängigkeitsbestrebungen, da das Land bereits durch Pascal Paoli eine demokratische Verfassung hatte.

Korsika, eine wunderschöne Insel zum Urlaub machen!

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