Reisebericht Tasmanien

Hier mein Reisebericht über eine Rundreise auf der Insel Tasmanien. Tasmanien ist das kleinste australische Bundesland und befindet sich etwa 240 Kilometer vor der Südostküste Australiens, vom Festland getrennt durch die Bass Strait. Dieses Land hat mich immer fasziniert, auch wenn es nicht zu den klassischen Urlaubsgebieten gehört, oder vielleicht auch gerade deshalb.

Eine Reise nach Tasmanien bedeutet Abenteuer und weckt den Pioniergeist, aufzubrechen zu einem unbekannten Paradies am anderen Ende der Welt. Die größte Überraschung für mich war der Facettenreichtum der Insel, welche sich flächenmäßig in etwa mit den Ausmaßen Bayerns vergleichen lässt. Unergründlich scheint der Regenwald, bizarr ragen die Gebirgszüge in den Himmel, die Sandstrände könnten in der Karibik nicht schöner sein und die Kultur ist geprägt von der ewigen Sehnsucht der Tasmanien nach ihren englischen Wurzeln.

Hauptstadt Hobart

Hobart ist berühmt für ihre historische Bausubstanz. Besonders am Battery Point finden sich zahlreiche denkmalgeschützte Sandsteinbauten. Das “ Tasmanian Museum and Art Gallery ” beherbergt die bedeutendsten Exponate Tasmaniens und lässt die Inselgeschichte Revue passieren. Besonders stimmungsvoll fand ich es, am Victoria Dock, dem Hafenbecken, in einem Restaurant zu sitzen und die malerische Kulisse auf mich wirken zu lassen. Hobart wird überragt vom Mount Wellington, dessen Besteigung an den berühmten “ Orgelpfeifen ” vorbei führt. Launceston zählt zu den ältesten Siedlungen Tasmaniens. Hübsch restaurierte viktorianische Bauten tragen dem Rechnung. Vielfältige Parklandschaften prägen das Stadtbild Launcestons. In einem stillgelegten Steinbruch ist die “ Penny Royal World ” entstanden. Das Freilichtmuseum gibt Einblicke in die Industriewelt des 19. Jahrhunderts.

Devonport und Stanley

In Devonport fand ich es sehr interessant, das Tiagarra zu besuchen. Im Kulturzentrum der Aborigines konnte ich mich umfassend über das Leben und die Kultur der Ureinwohner Australiens informieren. Ganz anderen Versuchungen bin ich im House of Anvers erlegen. Nachdem ich die Herstellung der Schokolade verfolgt hatte, durften die süßen Leckereien natürlich auch verkostet werden. Charmant und ursprünglich präsentiert sich das Fischerstädtchen Stanley, im Nordwesten der Insel. Der Ort schmiegt sich an sein Wahrzeichen, ein 150 Meter hohes Basaltplateau. “ The nut ” kann entlang eines Wanderweges erklommen werden oder man lässt sich bequem per Sessellift chauffieren.

Sträflingskolonie Port Arthur

Als bedeutendste historische Sehenswürdigkeit Tasmaniens gilt die einstige Sträflingskolonie Port Arthur. Der Besuch der Anlage war für mich ein sehr beeindruckendes Erlebnis. Binnen drei Stunden passiert man die “Hölle auf Erden”. Zwischen 1830 und 1877 waren hier 12 000 Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert. Ganze 33 Gebäude umfasst das Areal. Ich passierte Brücken und Straßen, welche von Gefangenen erbaut wurden, die zwölf Stunden am Tage in Ketten schuften mussten. Zum Besichtigungsprogramm auf meiner Reise, gehört auch ein Abstecher zur Insel der Toten, wo etwa 2 000 ehemalige Inhaftierte begraben liegen.

Bruny Island

Auf Bruny Island, einer Tasmanien in südöstlicher Richtung vorgelagerten Insel, nahm die Siedlungsgeschichte Tasmaniens ihren Anfang. Das Bligh Museum entführt in die Vergangenheit. Der berühmte “ Bounty Kapitän ” William Bligh ging hier an Land und pflanzte, was ich ganz amüsant fand, 1788 die ersten Apfelbäume an. Besonders romantisch sind die Kamelritte, welche am Strand angeboten werden.

Oberste Priorität genießt in Tasmanien der Schutz der Naturräume.

Cradle Mountain Nationalpark und Southwest Nationalpark

Im Cradle Mountain Nationalpark befindet sich, mit dem 1 617 Meter hohen Mount Ossa, der höchste Berg Tasmaniens. Das Terrain ist durch den 83 Kilometer langen Overland Track, dem berühmtesten Wanderweg Australiens, erschlossen. Der größte Nationalpark Tasmaniens ist der Southwest Nationalpark. Hier kommen Abenteurer auf ihre Kosten. Dichter Regenwald und mehr als 1 000 Meter hohe Berge bestimmen das Bild. Wahrlich abenteuerlich gestaltet sich eine Buschwanderung entlang des South Coast Track. Wer weniger den Extremen zugetan ist, kann im Freycinet Nationalpark an der Südostküste zwischen Dünen, Sandstränden und Heidelandschaften herrliche Naturbeobachtungen machen.

Sun Coast

Wer in seinem Urlaub zum Baden nach Tasmanien reist, findet an der Ostküste herrliche Strände. Die Sun Coast verspricht den weißesten Sand der Welt. Besonders schöne Badeplätze fand ich am Nine Mile Beach oder der Great Oyster Bay. Aktivurlaubern bietet Tasmanien die vielfältigsten Outdoor Aktivitäten. Bei lokalen Anbietern lassen sich Reitausflüge, Klettertouren oder Skiwanderungen buchen. Auch Taucher finden bei angenehmen 18 Grad Wassertemperatur beste Bedingungen vor. Lohnende Tauchgründe sind vor Maria Island oder Ninepin Point zu finden.

Tasmanien, Linksverkehr und Heritage Accomodation

Die Uhren in Tasmanien sind den unsrigen neun Stunden voraus und ich hatte anfangs Mühe, mich an die Zeitumstellung zu gewöhnen. Als beste Reisezeit nach Tasmanien würde ich die Monate November bis März empfehlen. Wer ausgedehnte Buschwanderungen plant, sollte den Monat Februar bevorzugen. In Tasmanien muss immer mit plötzlichen Wetterstürzen gerechnet werden. Daher war ich froh, warme Kleidung und einen Regenschutz eingepackt zu haben. In Tasmanien herrscht Linksverkehr, was mir einige Anpassungsschwierigkeiten einbrachte. Dafür ist das Verkehrsaufkommen erfreulich gering. An Unterkunftsmöglichkeiten stehen dem Touristen von einer einfachen Übernachtung bis zum Luxushotel alle Möglichkeiten offen. Ich war begeistert von Heritage Accomodation, der Übernachtung in alten Herrenhäusern und idyllischen Cottages.

Meine Urlaubsreise ging nun langsam zu Ende, aber Tasmanien ist wirklich eine Reiseempfehlung wert, gerade weil es noch nicht von Touristen überlaufen ist und somit kann man die Sehenswürdigkeiten ohne Stress genießen! Gleich nach dem Urlaub schrieb ich meinen Reisebericht.

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