Reisebericht Tunesien Urlaub

Nachdem ich ein Fan von Kulturreisen bin, entschloss ich mich, in diesem Jahr Tunesien zu erkunden. Meinen Ausgangspunkt schlug ich in der tunesischen Hauptstadt Tunis auf, einer Stadt, die über so viele Sehenswürdigkeiten verfügt, dass sie eigentlich eine eigene Reise wert ist.

Tunis

Trotzdem schaute ich mich zuerst in Tunis um. Schon der erste Überblick zeigte, dass Tunis eine echte Metropole mit Flair ist, in der sich sowohl europäische, als auch arabische Elemente finden lassen. Da mein Hotel direkt im Stadtzentrum lag, sah ich mir als erstes die Medina, die Altstadt von Tunis an. Der Haupteingang zur Altstadt liegt an der „Porte de France“ führt geradewegs auf die „Rue Djamaa Ez-Zitouna“, die Hauptstraße, an der sich die meisten der Souks befinden. Auf meiner Tour entdeckte ich in den Seitenstraßen noch andere Souks, die sich jeweils darauf spezialisiert haben, einzelne Produkte zu verkaufen. Die „Djamaa Ez-Zitouna“, die so genannte „große“ Moschee, liegt im Zentrum der Medina man kann sie bei Orts-Unkundigkeit als eine Orientierungshilfe benutzen. Eine absolute Sehenswürdigkeit in Tunis ist das Nationalmuseum Bardo. Es befindet sich ca. vier km vom Zentrum entfernt im Villenvorort El Bardo und ist im ehemaligen Palast des Bey untergebracht. Das Museum präsentiert dem Besucher sowohl karthagische und römische Mosaik-Kostbarkeiten, als auch byzantinische und arabische Artefakte.

Nach meinem Medina-Besuch und einer Erkundung des Nationalmuseums nahm ich die Neustadt von Tunis unter meine Füße. Am besten geht man die Avenue Habib Bourguiba entlang. Sie durchzieht den neuen Teil der Stadt und ist sozusagen die Lebensader der Neustadt von Tunis. Mit 60 m Breite und 1,25 km Länge präsentiert sie sich extrem imposant. Ihr Mittelstreifen dient als Fußgängerpromenade, wo Zeitungshändler und Blumenverkäufer ihre Ware anbieten. Auf der ganzen Länge der AvenueHabib Bourguiba findet man neben unzähligen Restaurants, Cafes und Geschäften auch Banken und Kinos. Die Strasse ist auch architektonisch interessant, denn Bürogebäude wechseln sich mit wunderschön verzierten Bauten aus der Kolonialzeit ab. Während meiner Erkundungstour kam ich am bekannten Café de Paris vorbei, konnte einen Blick ins „Le Palmarium“ werfen und schaute mir die Französische Kathedrale an. Am Abend besuchte ich dann das Stadttheater von Tunis. Es verfügt über eine Jugendstilfassade, die genauso faszinierend war, wie die anschließende Vorstellung.

Karthago

Meine nächste Station war Karthago. Diese schon in der Antike weltberühmte Stadt, die früher Carthage genannt wurde, liegt auf einer Halbinsel, etwas nordöstlich von Tunis. Sie ist heute ein Vorort der tunesischen Hauptstadt und eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten des nordafrikanischen Landes. Die Ruinen, die man in Karthago besichtigen kann, lassen etwas von der früheren Größe erahnen, immerhin war die Stadt lange Zeit der Hauptwiedersacher der Weltmacht Rom. Wirklich sehr sehenswert sind die römischen Villen, die man oberhalb des Amphitheaters von Karthago findet. Von hier aus hatte ich einen fantastischen Ausblick auf den Golf von Tunis. Nachdem ich im August in Tunesien war, hatte ich Gelegenheit, das alljährlich stattfindende Festival im antiken Theater zu besuchen. Ein echter Geheimtipp! Als Abschluss schaute ich mir noch die Kathedrale des heiligen Ludwig an. Sie fiel mir schon bei meiner Ankunft auf, weil sie auf einer Anhöhe liegt und so weithin sichtbar ist. Sie wird allerdings nicht mehr für Gottesdienste verwendet, sondern dient als Konzertsaal.

Kairouan

Von einem Freund hatte ich den Reisetipp bekommen, Kairouan zu besuchen. Die Stadt kann auf eine große geschichtliche Vergangenheit und uralte Traditionen zurückschauen. Auch deshalb wurde ihre Medina zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Ein anderer Grund war der gute Zustand der religiösen Monumente, die der Stadt ihr Flair verleihen. Als ich Kairouan zu Fuß erkundete, sah ich immer wieder weiße Kuppeln in der Sonne leuchten. Diese Kuppeln weisen dem Besucher den Weg zu den Zaouias, das sind Bauwerke, die zu Ehren Heiliger und islamischer Geistlichen errichtet wurden. Die wichtigste und sicherlich eine der schönsten ist die Zaouia von Sidi Saheb, die im 17. Jahrhundert gebaut wurde. Kaiouan ist aber nicht nur für seine wundervollen Bauwerke bekannt, sondern auch für die Kunst des Teppichknüpfens. Egal, ob geknüpft, geknotet oder auch gewebt, die Farbenpracht dieser handwerklichen Kunstwerke ist einfach grandios.

Hammamet

Ein weiterer Ausflug, auf meiner Reise, führte mich nach Hammamet. Der Ort ist ein echter Touristenmagnet. Vor allem die Festungsanlage, die aus dem 15. Jahrhundert stammt und bis ins Meer ragt, ist eine Sehenswürdigkeit, die man besuchen sollte. Nach einem Besuch der Festung zog es mich in die Medina von Hammamet. Ein Spaziergang durch die verwinkelten Gassen mit ihren weiß gestrichenen Mauern und blauen Toren lassen den Eindruck entstehen, dass hier die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Hier gibt es sehr schöne, kleine Boutiquen, man findet Kunstgalerien und ein Museum für traditionelle, tunesische Kostüme. Nachdem Hammamet ein beliebter Badeort mit wundervollen Stränden ist, blieb ich einige Tage und genoss einfach die Sonne. Hier kann der Besucher wirklich relaxen, die vielen Geschäfte und Freizeitangebote nutzen und einfach die Seele baumeln lassen. Nachdem ich nicht nur am Strand liegen wollte, machte ich immer wieder kleine Spaziergänge und schaute mir die schönen Villen an, die schon allein wegen ihrer prächtigen Gärten einen Blick wert sind. Besonders angetan hat es mir die Villa eines ehemaligen, rumänischen Adligen. Sie wurde zu einem internationalen Kulturzentrum umgestaltet, in dem heute regelmäßig Ausstellungen veranstaltet werden.

Insel Djerba

Mein letztes Reiseziel vor dem Heimflug war ein längerer Aufenthalt auf der Insel Djerba. Hier findet man wirklich alles, was zu einem Urlaub am Meer dazugehört. Djerba verfügt über kilometerlange, breite Sandstrände, in der Inselhauptstadt Houmt Souk gibt es unzählige Gassen und Strassen, in denen man die inseltypische Keramik als Souvenir kaufen kann und die vielen Moscheen sind Zeugnis der islamisch geprägten Kultur. Ein Höhepunkt für Besucher ist die Synagoge von La Ghriba, ein ebenso farbenprächtiges wie ehrfurchtgebietendes Bauwerk, das man gesehen haben sollte. Auf einem Ausflug ins Innere der Insel bekam ich ländliche Gegenden zu sehen, die trotz ihrer Kargheit sehr beeindruckend waren.

Tunesien Reise lohnt sich. Wer sich für ein geschichtsträchtiges, faszinierendes Land interessiert, der sollte Tunesien unbedingt bereisen und sich nicht nur auf einen Aufenthalt in einem der unzähligen Urlaubsresorts beschränken. Hier gibt es so vieles zu entdecken, dass ein Urlaub nicht ausreicht. Ich werde Tunesien auf jeden Fall wieder besuchen, denn obwohl ich an vielen Orten war, habe ich noch längst nicht alles gesehen. Das war mein Reisebericht aus Tunesien. Mitte dieses Jahres möchte ich wieder einen Kultururlaub machen, dann schreibe ich einen neuen Reisebericht von meinen Urlaubserlebnissen, bis dahin!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.