Reisebericht Westaustralien

Hier mein Reisebericht über Westaustralien. Als wir beschlossen, einen Urlaub Down Under zu machen, stand schnell fest, dass das konkrete Ziel Western Australia werden soll. Zwar zieht es die meisten Touristen an die Ostküste, wir jedoch wollten die unbekanntere Westküste erkunden. Denn auch hier gibt es jede Menge Sehenswürdigkeiten und die Zeit reichte kaum für die wichtigsten Attraktionen.

Etwa ein Drittel des Landes wird vom Bundesstaat Western Australia eingenommen, mit rund zwei Millionen Einwohnern ist die Region jedoch eher dünn besiedelt.

Bundeshauptstadt Perth

Nach einem langen Flug über zahlreiche Zeitzonen hinweg, und mit Zwischenstopp in Singapur, erreichten wir Perth. Mit rund 1,5 Millionen Einwohnern ist Perth nicht nur die Bundeshauptstadt sondern auch die größte der gesamten Westküste Australiens. Zum Entspannen ging es zuerst in den Kings Park am Stadtrand, wo man nur allzu gut die Sonne, die in Perth nahezu jeden Tag scheint, genießen kann (natürlich nur mit gutem Sunblocker!). Den Abend ließen wir in einem der zahlreichen Restaurants entlang des Flussufers ausklingen. Ein wunderschönes Stadtpanorama gab es gratis zum Essen dazu. Am nächsten Tag widmeten wir uns der Kultur. Kunst bieten sowohl die Art Gallery of Western Australia als auch das Perth Institute of Contemporary Arts. Zusammen mit dem Geschichtsmuseum und der Alexander-Bibliothek liegen sie unmittelbar nebeneinander im Culture Center von Perth. Randvoll mit Eindrücken zog es uns am späten Nachmittag an einen der kilometerlangen Strände. Der Anblick des Indischen Ozeans und des weißen Sandes ist atemberaubend. Hier und da sah man immer wieder Surfer auf den Wellen hüpfen und Segelboote am Horizont. Das Wasser ist angenehm warm aber im Verhältnis zur Lufttemperatur überraschend kühl. Wie wir später herausfanden, sind Strömungen vom Südpol dafür verantwortlich – eisig oder auch nur kalt ist das Wasser dennoch keinesfalls!

Unseren dritten und letzten Tag in Perth nutzen wir zum Shoppen. Die besseren Läden und Kaufhäuser finden sich in der Murray Street, der King Street sowie der Hay Street. Am Abend machten wir einen Ausflug nach Fremantle, der kleinen Hafenstadt im Einzugsgebiet von Perth am Swan River. Hier befindet sich auch das älteste erhaltene Gebäude des gesamten Bundesstaats. Das “ Round House “ wurde 1830 – wie könnte es anders sein, in Anbetracht Australiens Besiedlungsgeschichte durch die Briten – als Gefängnis errichtet.

Schweren Herzens aber doch gespannt, verließen wir anderntags Perth und fuhren nordwärts die Küste entlang.

Nambung Nationalpark

Nach etwa 250 km machten wir Halt um im Nambung Nationalpark äußerst skurrile Gesteinsformationen zu entdecken. Ursprünglich hielten wir diese Touristenattraktion für wenig sehenswert, waren dann aber umso mehr fasziniert, als wir die vielen Steinformationen sahen. Man könnte fast meinen, hier sei eine Gruppe von Menschen plötzlich zu Stein erstarrt, die Pinnacles sind aber das Ergebnis von Pflanzen, Sand- und Gesteinsschichten und Erosion.

Vorbei an Monkey Mai, wo Delfin-Liebhaber die Tiere am Strand füttern und auf offener See mit ihnen und riesigen (harmlosen) Walhaien tauchen können, fuhren wir weiter in Australiens Nordwesten. Hier kann es durchaus passieren, dass man, je nach Route, stunden- oder tagelang keiner Menschenseele begegnet.

Karijini Nationalpark

Unser nächstes Reiseziel war der Karijini Nationalpark, der uns mit seinen klaren Flussläufen, den tiefen Schluchten und den roten Bergen sofort in den Bann zog. Wie überall, wo wir bis dato durchgekommen waren, begeisterten uns auch hier Flora und Fauna. Zu Regenzeiten, sagte man uns, wäre die Landschaft voller bunter Wildblumen, aber auch so waren die exotischen, teils nur in Australien existierenden Pflanzen schön anzuschauen. An Tieren begegneten uns besonders häufig kleine Eidechsen und Geckos, die sich in nahezu jeder Felsspalte verstecken.

Port Hedland und Broome

Um unsere Vorräte aufzufüllen, ging es nach Port Hedland zurück an die Küste. Die Stadt wirkt nicht sonderlich einladend, da sich hier alles auf den Erzabbau konzentriert.

Also ging es weiter die Küste hinauf nach Broome, einem kleinen Ort, der einst durch Perlen und Perlmutt zu Wohlstand gekommen ist. Heute ist Broome eine idyllische Kleinstadt. Übrigens befindet sich hier die Krokodilsfarm von Malcolm Douglas, den man in Deutschland aus einigen Fernsehserien kennt. Spuren wesentlich älterer Tiere finden sich am Gantheaume Point: 120 Millionen Jahre alte Fußabdrücke von Dinosauriern.

Purnululu Nationalpark

Nächster Streckenabschnitt war der von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte Purnululu Nationalpark. Größte Attraktion ist die Bungle Bungle Gebirgskette, die mit ihren abgerundeten Türmen an Bienenkörbe erinnert. Weltweit bekannt wurden die orange-schwarz – gestreiften Felsformationen erst in den 1980ern, den australischen Ureinwohnern waren sie schon immer heilig. Wellensittiche sind hier die wohl am häufigsten vertretene Tierart und es ist interessant, diese in unseren Gefilden in Käfigen gehalten Tiere zu Dutzenden in den Bäumen zu sehen.

In dieser schönen Landschaft endete dann auch unsere Australienreise und von Darwin aus, im angrenzenden Northern Territory gelegen, ging es wieder in die Heimat, es war ein Urlaub der unvergessen bleibt!

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