Die Ostfriesischen Inseln

Ganz besonders im Sommer sind die Ostfriesischen Inseln an der deutschen Nordseeküste eine Reise wert.

Die größte Insel, Borkum, ist gleichzeitig auch die westlichste. Schon die Römer waren dort, wurden aber von den Inselbewohnern nicht gerade freundlich empfangen. Noch heute steht über so mancher Haustür der Spruch „Lever duad as slav“ (Lieber tot als Sklave). Heutigen Besuchern treten die Insulaner natürlich freundlicher gegenüber.

Nach einem ausgedehnten Spaziergang am Strand in der milden und pollenarmen Luft sollte man sich eine Tasse des guten Friesentees gönnen. Er wird mit Kandis und Sahne gereicht und man rührt ihn nicht um. Als erstes genießt man den Geschmack der Sahne, die mit einem Löffel auf den Tee gelegt wird, dann kommt der bittere Tee und zum Schluss die Süße des Kandis.

Vom Erlebnisbad „Gezeitenland“ hat man einen tollen Blick über die Nordsee und kommt außerdem in den Genuss der Indoor-Surfanlage.

Juist wird von seinen Bewohnern „Töwerland“ (Zauberland) genannt und ist eine der autofreien Inseln. Aber was gibt es romantischeres, als eine Kutschfahrt am Strand? Angeblich ist der Sandstrand auf Juist der schönste Ostfrieslands. In den Dünen liegt auch der Hammersee, der größte See auf den Inseln. Der über die Strandpromenade zu erreichende Hauptort der Insel lockt mit seinen reetgedeckten Friesenhäusern.

Und obwohl der Juister Pastor Janus 1793 die Insel beim Landesherren Friedrich II. von Preußen als idealen Kurort anpries, lief Norderney ihr 16 Jahre später den Rang ab und wurde das erste deutsche Nordseeheilbad. Viele Berühmtheiten wie der deutsche Kaiser, Theodor Fontane oder Alexander von Humboldt kamen daraufhin nach Norderney, um in der gesunden, jodhaltigen Nordseeluft ihre Sommerfrische zu verbringen. Neben dem Kurhaus und feinen Hotels gib es auf der Insel auch eine Spielbank.

Baltrum ist mit 6,4 Quadratkilometern Fläche die kleinste der sieben Inseln und lässt sich in drei Stunden gut zu Fuß umrunden. Auch hier gibt es Pferdekutschen und ganz besonders Familien fühlen sich auf Baltrum wohl. Am Strand kann man Seehunde beobachten und im Inselinneren Fasane.

Langeoog war fast in Vergessenheit geraten, während der großen Flut 1717 lebten gerade noch zwei Menschen auf der Insel.

Im 19. Jahrhundert wurde die Insel allerdings wiederentdeckt, als der Fürst von Schaumburg-Lippe sie als Ort für seine Sommerfrische auserkor.

Spiekeroog ist eine weitere auto- und sogar fahrradfreie Insel. Hier werden Kind und Kegel im Bollerwagen transportiert. Ein Schild verkündet sogar: „Vernünftige Leute fahren hier nicht Rad. Allen anderen ist es verboten!“. Nicht einmal einen Flugplatz gibt es auf Spiekeroog, dafür aber eine wunderschöne Inselkirche aus dem 17. Jahrhundert und einen Feigenbaum, der dank des milden Klimas sogar Früchte trägt. Der weiße Strand zieht sich rund um die gesamte Insel.

Auf Wangerooge heißt der 1854 erbaute Leuchtturm die Besucher willkommen. Er war bis vor rund 30 Jahren noch im Dienst. Jetzt dient der 40 Meter hohe Turm als Aussichtspunkt und auch das Jawort kann man sich dort oben geben. Und gibt es etwas schöneres, als im Strandkorb zu liegen und die Welt in Form großer Schiffe an sich vorüber ziehen zu sehen?

Der Fährverkehr zu den Inseln ist aufgrund von Ebbe und Flut nicht regelmäßig möglich, aber bis auf Spiekeroog haben alle Inseln auch einen Flugplatz. Aber egal welchen Weg auf die Inseln Sie wählen, eine geführte Wattwanderung sollten Sie sich nicht entgehen lassen.

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